Erstellt am 27. Januar 2016, 05:48

von Andreas Kössl

Islamfeindlicher Mordaufruf bei Schule. Auf Plakatwand neben Schule prangt islamfeindlicher Aufruf zum Mord. Auch vor „Umvolkungswahnsinn“ wird gewarnt.

 |  NOEN, Kössl

Eine rege schriftliche Kommunikation zwischen Vertretern gegensätzlicher politischer Standpunkte findet schon seit längerer Zeit auf der Plakatwand in der Plenkerstraße zwischen Durstgasse und Zelinkagasse statt. Doch was da nun in großen Lettern zu lesen ist, geht doch zu weit. „Tod und Hass dem Islam! – kill ’em all!“ haben unbekannte Vandalen auf die Plakatwand geschmiert.

Gleich daneben kleben die Plakate der FPÖ mit dem Konterfei von FPÖ-Nationalratsabgeordnetem Walter Rosenkranz. Diese wurden übersprüht. „ZHT“ und „Husos kaufen“ steht da recht kryptisch. Auch „Refugees welcome“ und „Fuck Racism“ wurde auf die Plakate geschrieben – wohl auch als Antwort auf die ausgeschnittenen Zeitungsartikel, die hier stets kleben und gegen Flüchtlinge Stimmung machen.

Plakatwand in Privatbesitz

Zwischen all diesen Schmierereien und Artikeln findet sich auch ein orange-roter Aufkleber. „Heimreise statt Einreise – Stoppt den Umvolkungswahnsinn!“ steht darauf geschrieben. Gezeichnet ist der Sticker mit „AFP“. Dahinter steht die sogenannte „Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik“.

Diese stehe mit einem Bein im Neonazismus, sagt Andreas Peham, Experte für Rechtsextremismus beim Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) gegenüber der NÖN.

In ihren Zeitschriften würden sich immer wieder Beiträge mit neonazistischer und revisionistischer Tendenz finden – eine Einschätzung, die der renommierte Verfassungsjurist Heinz Mayer in einem Rechtsgutachten bestätigt. „In Waidhofen hat die AFP schon seit den 70er-Jahren immer Leute“, sagt Peham und verweist auf eine Nähe zur in Waidhofen ansässigen pennalen Burschenschaft Silesia.
Die Plakatwand sei in Privatbesitz heißt es aus dem Magistrat. Die Liegenschaftsabteilung sei dafür nicht zuständig.

FP-Knoll: "Nicht alle in einen Topf werfen“

Auch die FPÖ, deren Plakate sich auf dieser Plakatwand stets finden, sieht sich nicht zuständig. „Wir lassen unsere Plakate immer von einer Firma plakatieren“, sagt Waidhofens FPÖ-Obmann Karl-Heinz Knoll. Von dem Aufruf neben den FPÖ-Plakaten distanziert er sich. „Der Islam ist eine anerkannte Religion. Dass dabei manches schief läuft, ist aber auch bekannt. Dennoch darf man nicht alle in einen Topf werfen.“ Dass immer wieder Plakate verunstaltet würden, sei „schrecklich“, so Knoll, schließlich solle ein jeder seine Meinung vertreten können.