Erstellt am 11. November 2015, 05:57

von Andreas Kössl

Aufregung um Bus mit 15 Männern. Kematens Bürgermeisterin Günther setzt durch, dass Flüchtlingsunterkunft im Ortszentrum nur mit Familien besetzt wird.

Bürgermeisterin Juliana Günther ist überzeugt, dass die Integration der Flüchtlingsfamilien in Kematen gelingt. Gegen die Aufnahme von 15 Männern hat sich die Ortschefin erfolgreich gewehrt.  |  NOEN, Foto: NÖN

Vier Flüchtlingsfamilien haben vor etwa zwei Wochen in der Gemeinde Kematen eine neue Bleibe gefunden. Untergebracht wurden sie in einem Mehrparteienhaus im Ortszentrum, welches von einem Privaten aus Neuhofen vor etwa einem halben Jahr gekauft worden war. Der Mann betreibt mehrere derartige Flüchtlingsunterkünfte im Bezirk. Betreut werden die Flüchtlingsfamilien in Kematen vom Flüchtlingsdienst der Diakonie.

„Die Flüchtlingsfamilien sind bei uns gut untergebracht“, sagt Bürgermeisterin Juliana Günther (ÖVP). „Die Nachbarn sind sehr engagiert und kümmern sich um die Familien, ebenso wie die bei uns für die Sozialagenden zuständige Gemeinderätin Ilse Beham. Freiwillige und Gemeinde helfen zusammen. Es gibt ein gutes Miteinander.“

Kurzfristig große Aufregung

Die Kinder der Flüchtlingsfamilien besuchen bereits die Volksschule und den Kindergarten des Ortes. Im Zuge des Gemeinde-Projekts „Mutig voneinander lernen“ lernen die Kinder und die Eltern gemeinsam mit engagierten Bürgern Deutsch. Aber auch das gemeinsame Verbringen der Freizeit sei wichtig, so Bürgermeisterin Günther. Die Flüchtlinge sollen in die Vereine integriert werden. Auch in das traditionelle vorweihnachtliche Benefizkonzert sollen sie eingebunden werden. „Miteinander schaffen wir die Integration“, ist Günther überzeugt.

Kurzfristig große Aufregung gab es jedoch am vergangenen Freitag, als ein Bus 15 weitere Flüchtlinge, durchgehend junge Männer, in die Flüchtlingsunterkunft nach Kematen brachte.
Bürgermeisterin Juliana Günther zeigte sich verärgert. „Die Rede war immer von Familien, dem habe ich zugestimmt. Dass nun 15 Männer kommen, war mit mir so nicht abgesprochen. Für drei bis vier Familien haben wir Platz, aber wir sind eine kleine Gemeinde und können nicht mehr aufnehmen“, so die Ortschefin am Freitag und witterte „Geschäftemacherei“.

Über das Wochenende setzte Günther alle Hebel in Bewegung und nahm Kontakt mit dem Land NÖ auf. Mit Erfolg – schon am Montag Vormittag wurden die 15 jungen Männer wieder mit dem Bus aus Kematen abgeholt.

„Kurzfristig hat es einen Aufruhr gegeben. Nun hat sich zum Glück wieder alles in Wohlgefallen aufgelöst“, so Bürgermeisterin Günther am Montag.
In Kürze soll nun eine fünfte Familie in die Flüchtlingsunterkunft in Kematen einziehen. „Mit den Nachbarn wurde dies bereits abgesprochen. Sie sind einverstanden und auch erleichtert. Es herrscht wieder Friede und Einigkeit.“