Kematen an der Ybbs

Erstellt am 21. Oktober 2016, 05:04

von Daniela Haselhofer

Lebensader des Ybbstals. Die Brücke von Kematen feiert heuer ihren 150. Geburtstag. Die Gemeinde Kematen widmet ihr anlässlich dieses Jubiläums eine Ausstellung, die am Dienstag eröffnet wird.

Bereits im Jahr 1920 stellte die Brücke eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Hilm und Kematen dar. 1950 wurde die Brücke verbreitert sowie ein Gehsteig errichtet.  |  Gemeindearchiv

 Im heurigen Jahr feiert die Brücke von Kematen ihren 150. Geburtstag. Dies wird mit einer Ausstellung im Zentrum kem.A[r]T in aller Ehre gewürdigt.

Über Jahrhunderte hinweg verband die Brücke von Kematen die beiden Ybbsufer und damit auch zwei verschiedene Herrschaftsgebiete. Wichtige Straßen durch die Heide und die Nordsüdverbindung in die Eisenwurzen machten die Kematner Brücke zu einem der bedeutendsten Flussübergänge im Mostviertel.

Gemeindearchiv

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bewirkten der Anstieg des Verkehraufkommens und die Ansiedlung der Papierfabrik in Kematen, dass die Brücke auf Flussniveau bald ein Verkehrshindernis darstellte. So war im Winter die Auffahrt zum Ort Kematen beinahe unmöglich und es wurde erforderlich, eine neue Brücke zu errichten, die die beiden Ufer auf Höhe der Dörfer Kematen und Hilm verbinden sollte. Das Kaiserjubiläum 1866 wurde zum Anlass genommen, dieses Infrastrukturprojekt zu realisieren.

 Brücke rettete Region als Verkehrsader

 In nur acht Monaten und mit geringen Kosten von 54.000 Gulden wurde die neue Brücke erbaut. Die neue Brücke war 106 Meter lang und mit vier Spannbögen von je 22 Metern Länge und einer Höhe von 33 Metern war sie zur Erbauungszeit die größte Straßenbrücke Niederösterreichs. Am 8. Dezember 1866 wurde die Brücke feierlich geweiht, bevor sie schließlich für den Straßenverkehr freigegeben wurde.

So wurde die Kematner Brücke, gemeinsam mit der 1872 errichteten Kronprinz-Rudolf-Bahn, die eine Bahnhaltestelle in Hilm hatte, zu einer wichtigen Verkehrsader durch das Ybbstal, was den wirtschaftlichen Niedergang der ohnehin angeschlagenen Region verhinderte. Ohne den Bau der Brücke wäre der Ausbau der Papiermühle zum bedeutenden Industrieunternehmen und wichtigsten Arbeitgeber Kematens nicht möglich gewesen.

Ausstellung bis 5. November

In der Mitte der 50er-Jahre wurde es erneut notwendig, durch den starken Verkehr, die Brücke zu verbreitern. Außerdem wurden ein Gehsteig und ein Geländer auf beiden Seiten errichtet.

Gemeindearchiv

Nach wie vor ist der Flussübergang bei Kematen aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens ein Nadelöhr und in seiner Bedeutung als Lebensader für das gesamte Ybbstal nicht zu unterschätzen. Der vierspurige Ausbau der B121 vor Kematen wird für die Zukunft dieser Flussverbindung eine Herausforderung sein, die es zu bewältigen gilt.

Die Ausstellung anlässlich des Brückenjubiläums ist von 25. Oktober bis 5. November im Zentrum kem.A[r]T zu sehen. Die Ausstellung wird am 25. Oktober, 19 Uhr, feierlich eröffnet.