Erstellt am 27. April 2016, 05:44

von Andreas Kössl

Eine bedenkliche Stimmungswahl. Andreas Kössl über das Wahlergebnis vom Sonntag und die Waidhofner Gemeinderatswahl.

 Auch im Bezirk Amstetten und der Statutarstadt Waidhofen konnte FPÖ-Kandidat Norbert Hofer die Wahl am Sonntag ganz klar für sich entscheiden.  Das Erschreckende daran: Es zeigt, wie viele Menschen keine Berührungsängste mehr mit den Positionen der FPÖ haben. Dass vor allem die Arbeiterschaft zunehmend Blau wählt, zeigt das Ergebnis im traditionell roten Waidhofner Ortsteil Raifberg. Auf stolze 43,1 Prozent kam der FPÖ-Kandidat hier. Auf der anderen Seite wendet sich auch die Bauernschaft Blau zu, wie 43 Prozent Hofer-Wähler in St. Georgen/Klaus beweisen. Und wie sehr die Flüchtlingsfrage das Wahlergebnis beeinflusst hat, zeigt sich in St. Leonhard/Walde, wo sich Waidhofens größte Flüchtlingsunterkunft befindet und 40 Prozent für Hofer votierten.

Im Hinblick auf die Waidhofner Gemeinderatswahl in knapp einem Jahr sollte diese Entwicklung den anderen Parteien zu denken geben. Natürlich ist eine Wahl auf Gemeindeebene stark von den Protagonisten abhängig. Doch das wurde im Vorfeld ja auch von der Bundespräsidentenwahl gesagt. Dass der FPÖ-Erfolg aber alleine Hofers Charisma zu verdanken ist, darf bezweifelt werden.