Erstellt am 13. April 2016, 05:14

von Andreas Kössl

Rochade im Spiel der Könige. Andreas Kössl über den Wechsel von Wolfgang Sobotka ins Innenministerium.

Die ÖVP-Rochade, die am Samstag für allgemeines Erstaunen gesorgt hatte, ist seit Sonntagabend beschlossene Sache. Für Verwunderung sorgte dabei weniger der Wechsel selbst – dieser galt bereits im Zuge der Spekulationen um einen Antritt von Landeshauptmann Erwin Pröll bei der Bundespräsidentenwahl 2016 als mögliche Variante – als vielmehr der Zeitpunkt dieses Schachzugs. Ob man damit zwei Wochen vor der Präsidentenwahl die anderen Kandidaten matt setzen kann, bleibt fraglich.

Dass ein Sohn der Stadt Waidhofen nun ein Ministeramt übernimmt, ist jedenfalls eine hohe Auszeichnung. Dass sich Sobotka auch am Wiener Parkett wird behaupten können, daran besteht kein Zweifel. Im Bezirk sieht man seinen Abgang aus der Landespolitik jedoch auch mit einem weinenden Auge. Wenn man etwa an den Buchenbergtunnel, den Ybbstalradweg oder die Revitalisierung der Basilika Sonntagberg denkt, war es bislang sicher kein Nachteil, dass ein Landeshauptmann-Stellvertreter und Finanzlandesrat aus der Region am Geldhahn drehen konnte.