Erstellt am 20. April 2017, 03:00

von Andreas Kössl

Übermächtige Konkurrenz. Andreas Kössl über das Ende der alternativen Milchhandelsgesellschaft „Freie Milch“.

Er habe seine Milch verkaufen, nicht bloß abliefern wollen, sagt jener Ybbsitzer Bauer, der nun so wie 36 andere Landwirte ohne Molkerei-Vertrag dasteht, über seine Beweggründe sich 2011 der „Freie Milch Austria“ anzuschließen. So wie er dachten damals viele. An die 600 Bauern waren es insgesamt.

Letztendlich ist die alternative Milchhandelsgesellschaft aber gescheitert. Durch das Ende der Milchquote, Überproduktion und Preisverfall konnte man neben den großen Milchverarbeitern am Markt nicht bestehen, zu übermächtig war die Konkurrenz. Viele merkten das rechtzeitig und kehrten in den sicheren Hafen der Molkereigenossenschaften zurück – auch jene, die einst massiv gegen sie gewettert hatten.

Andere aber verpassten den Absprung, sie stehen nun ohne Abnehmer da. Die Molkereien weigern sich, sie aufzunehmen und verweisen auf die angespannte Situation am Milchmarkt. Die kann man schwer bestreiten. Die übrig gebliebenen Milchbauern machen das Kraut aber auch nicht mehr fett, vor allem, wenn ihre Höfe entlang der Sammeltouren liegen.