Erstellt am 02. Juni 2016, 05:55

von Andreas Kössl und Markus Huebmer

Kraftvoll und morbid. Suuns, Astronautalis, Vodoo Jürgens, LUH, Trümmer und Kids N Cats begeisterten am Samstag in Kleinreifling die Menge.

 |  NOEN, Andreas Kössl

Ein absolutes Highlight des diesjährigen Seewiesenfests, das am Samstag zum 22. Mal in Kleinreifling über die Bühne ging, fand nicht auf der großen Bühne, sondern im kleinen Zelt statt. Es war der Auftritt von Vodoo Jürgens.

Mit seinen tragisch-morbiden Erzählungen von den Rändern Wiens ließ er das Publikum an seinen Lippen hängen, bis es schließlich bei „Heute grob’ ma Tote aus“ kein Halten mehr gab und das ganze Zelt in einer Art „Call and Response“ lautstark mit einstimmte. Ein Gänsehautmoment! Für einen weiteren Höhepunkt sorgten schon am Nachmittag Kids N Cats. Ihre deutsch-französischen Elektropop-Dance-Tracks wären aber spätnachts wohl besser aufgehoben gewesen. So kamen lediglich Sitztänzer voll auf ihre Kosten.
 


Für Bewegung im Zuschauerraum sorgten dann später die Hamburger Trümmer mit einem „Europa Mega Monster Rave“. Dazwischen gab es mitreißenden deutschen Postpunk aus der „Interzone“ – irgendwo zwischen Sterne und Tocotronic.

„Spiritual Songs For Lovers To Sing“ brachten Ellery James Roberts und Ebony Hoorn alias LUH aus London im Anschluss zu Gehör – elektronisch gebrochene Indiepop-Hymnen voller Herzblut und Wut.
„Suuns“ prangte in leuchtstarken Lettern der Name jener Band auf der Bühne, die danach mit einem hypnotischen Auftritt das Publikum in ihren Bann zog. Mit im Gepäck hatten die Kanadier ihr aktuelles Album „Hold/Still“.
Für einen würdigen Abschluss sorgte dann Astronautalis. Die energischen Vocals und die kraftvollen Beats des US-Rap-Punk-Musikers brachten das Zelt zum Kochen. Zur „Abkühlung“ gab es ein Bad in der Menge.