Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 21. Oktober 2016, 05:40

von Leo Lugmayr

„In erster Linie Pädagoge“. Pius Litzlbauer erhält am 10. November den Kulturpreis der Stadt Waidhofen. Als Künstler sieht er sich erst in zweiter Linie. Zuerst fühle er sich immer als Pädagoge.

Die Stadt Waidhofen verleiht Pius Franc. Litzlbauer den Kulturpreis des Jahres 2016. Seine Verdienste in Kunst, Bildung und Kulturvermittlung sind vielfältig.  |  Lugmayr

Wenn die Stadt am 10. November feierlich den Kulturpreis an den Künstler Pius Litzlbauer vergibt, werden sich nicht nur Künstlerfreunde und Weggefährten unter den Gästen finden, sondern wohl so mancher ehemalige Schüler, der inzwischen im Vereinswesen, in der Wirtschaft oder in der Politik seinen Weg gemacht hat. „Natürlich freut man sich, wenn man diesen Preis erhält“, so Litzlbauer in einer ersten Reaktion. „Immerhin wird damit die Arbeit gewürdigt und anerkannt, die man über Jahrzehnte geleistet hat.“ Und geleistet hat Litzlbauer über Jahrzehnte beständig und ausdauernd viel.

„Meine Arbeit ist kein Kontinuum, meine Arbeit hat immer wieder Wendungen gefunden“, so Litzlbauer im Rückblick auf fast vier Jahrzehnte Kulturschaffen in Waidhofen. Mit Malerei, skulpturaler Objektkunst und Computerkunst hat er Resonanz im niederösterreichischen Kulturbetrieb erzeugt. Fest steht, dass er all die Jahre unentwegt im bildnerischen Bereich tätig war, sei es als Künstler, Kunstvermittler oder Kunst-Pädagoge.

 Ausstellungen von Kinderkunst organisiert

 Begonnen hat sein Engagement in den 70er-Jahren mit Volkshochschulkursen, die der geborene Weyrer neben seiner Tätigkeit als Lehrer an der heutigen SMS Zell gehalten hat. Zwei Jahrzehnte lang gehörten seine Kurse für Aufbaukeramik und Emaillierung zu den gefragtesten Angeboten der VHS. Es folgten Kurse für Fotobearbeitung.

Parallel dazu entwickelte er Kunstevents mit Kindern für Feste. Bemalungen von Autos, die Schaffung eines riesigen Holzpferdes am Schnabelberg, das nach Fertigstellung in Brand gesetzt wurde, oder ein riesiger Holzdrachen für den Oberen Stadtplatz waren die spektakulärsten Happenings.

Als Kunstpädagoge hat er zehn Jahre die Galerie in der Auslage der Firma Farben Schalk mit Schülerarbeiten aller Waidhofner Schulen bespielt. Zehn Jahre lang stellte er für die Rathausgalerie Ausstellungen von Kinderkunst zusammen; stets perfekt inszeniert und professionell gerahmt. Jahrelang stand er der Rathausgalerie zudem als Beirat zur Verfügung. Dass Kinderkunst in Waidhofen den heutigen Stellenwert genießt, ist ihm zu verdanken.

„In erster Linie bin ich nämlich Pädagoge und erst in zweiter Linie Künstler“

Zwölf Jahre leitete er die Malakademie und schlug mit Kunst eine Brücke zwischen Kindern und Erwachsenen. Mit Führungen für Kinder in der Stadtgalerie und in der Organisation des Künstlerstammtisches gestaltete er dem Genre treu bleibend seinen Ruhestand aus, was kürzlich in Ausstellungen in Amstetten und im Waidhofner Rathaus zu Buche schlug.

„Über die Kunst und die Arbeit als Pädagoge habe ich viele wertvolle Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen“, sagt Litzlbauer. „Die Freude in den Augen der Kinder, das ist der größte Lohn des Pädagogen. In erster Linie bin ich nämlich Pädagoge und erst in zweiter Linie Künstler“, so Litzlbauer.