Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 10. August 2016, 05:16

von Daniela Führer

Waidhofner Technologie erobert den Markt. Erstes Projekt in Waidhofen ist nun gestartet. Waidhofner Erfindung wird EU-weit nachgefragt.

Der technische Leiter Alois Pichler führte beim Pressetermin die Steuerung der Nano-Trench-Maschine vor. Zügig schafft diese die Verlegung von Leerverrohrungen von bis zu 600 Metern am Tag.  |  NOEN, Daniela Schlemmer

Es gibt bereits EU-weit Anfragen, Pilotprojekte in Deutschland und in Österreich ist die aus Waidhofen stammende Bautechnologie Nano-Trench (Fugentechnik) zur Verlegung von Glasfaserleerverrohrungen immer weiter im Vormarsch. Zu den Kunden der Firma Österreichische Glasfaser Verlegungsges.m.b.H. aus Waidhofen zählen die A1 Telekom, LIWEST, die Energie AG und viele mehr.

„Das teuerste an der herkömmlichen Methode, Leerrohre zu verlegen, ist das Aufgraben der Straßen. In 80 bis 90 Zentimetern Tiefe werden da Leerverrohrungen hineingelegt. Das verschlingt rund zwei Drittel der Kosten. Diese müssen gesenkt und die Ausbaugeschwindigkeit muss erhöht werden, denn bis 2030 sollen 170.000 Kilometer Leerrohre verlegt werden.

Das sind 70 Kilometer täglich“, führt Alois Pichler die bestehende Situation vor Augen und erklärt kurz und bündig die Vorteile von Nano-Trench: „Diese liegen in der Geschwindigkeit, der Preisreduktion und der Sicherheit über die kalkulierbaren Baukosten, da es durch Nano-Trench zu keinen anschließenden Schäden in der Bausubstanz kommt.“

„Wir haben den Landeshauptmann kontaktiert und gesagt, wir wollen mit dieser alternativen Technologie neue Zukunftsstandards setzen.“

Technischer Leiter Alois Pichler über die Anfangszeit

Die Methode Nano-Trench funktioniert folgendermaßen: Durch einen mindestens sechs Zentimeter tiefen Stufenschnitt werden zunächst Fugen im Asphalt herausgeschliffen. In diese Fugen rollt eine eigens dafür gebaute, ferngesteuerte Maschine die Rohre hinein. Die Fugen werden dann mit Epoxidharz verfüllt und geglättet – alles in einem Schritt. Bis zu 600 Meter schafft Nano-Trench täglich.

Dass die Österreichische Glasfaser Verlegungsges.m.b.H. heute tatsächlich als eine bedeutende Alternative in der Glasfaserrohrverlegung angesehen wird, kam keineswegs von heute auf morgen. Vor sechs Jahren klopfte die Glasfaser Verlegungsges.m.b.H. mit Geschäftsführer und Erfinder Jan Michael Pichler sowie dem technischen Leiter, Vater Alois Pichler mit ihrer Erfindung in petto an die Tür des Landeshauptmanns Erwin Pröll: „Wir haben ihn kontaktiert und gesagt, wir wollen mit dieser alternativen Technologie neue Zukunftsstandards setzen.

Er hat uns dankenswerterweise sofort die Türen zu den Straßenbauabteilungen geöffnet“, erzählt Alois Pichler von der Anfangszeit. Es galt viele Hürden zu überwinden, doch mit der A1 Telekom an Bord fand das Unternehmen aus Waidhofen von Beginn an einen starken Partner. Die A1 Telekom ist übrigens aktuell gerade dabei, Nano-Trench als Regelwerk bei den Straßenbauabteilungen unterzubringen.

Vor Kurzem begann auch die erste Baustelle in der Heimatstadt selbst – in der Wiener Straße in Waidhofen.

Mehr dazu in der aktuellen Ybbstaler NÖN-Ausgabe.