Erstellt am 02. November 2015, 10:23

Leopold Kogler: "Eine malerische Welt entdeckt". Leopold Kogler über seine ganz persönliche Beziehung zum Sonntagberg.

Landesschulinspektor Leopold Kogler aus St. Peter in der Au verspürte schon bei seiner ersten Begegnung mit der barocken Architektur der Basilika am Sonntagberg die Kraft der Kunst.  |  NOEN, Foto: privat

Meine ersten Erinnerungen an den Sonntagberg sind natürlich sehr weit zurückliegende Geschehnisse. Einige Erlebnisse sind mir auch nach den vielen Jahren, die inzwischen vergangen sind, stets lebendig vor Augen geblieben, da ich mich im Laufe des Lebens wieder an sie erinnert habe. Einige Erinnerungen habe ich erst jetzt mühsam und nicht ohne Verwunderung wiedergewonnen. Ich schreibe diese Erinnerungen in dem Vertrauen, dass sie auch anderen etwas bedeuten mögen.

Beim Schulausflug mit der Volksschule St. Peter in der Au auf den Sonntagberg erlebte ich mit acht Jahren die erste Begegnung mit barocker Architektur. Dieses Erlebnis war geprägt von Ergriffenheit und ich spürte, ohne es zu wissen, die Kraft der Kunst.

Die Basilika mit den Deckenfresken von Daniel Gran, der sich in der Gestalt des Apostels Lukas auf einem Seitenfresko verewigt hat, wie uns jungen Knaben der begleitende Lehrer hinwies, zog mich in Bann. Nicht eine Sekunde lang dachte ich hier an die Heilige Dreifaltigkeit, vielmehr faszinierten mich die grandios gemalten Faltenwürfe der Gewänder, die unendlichen Farbschattierungen und den illusionistischen Öffnungen, die den Himmel ins Gewölbe holten.

Es schien, als könne man den steifen Stoff spüren, ohne ihn zu berühren, ich weiß noch, dass ich mich fragte, wie das möglich sei, wie viel geistige Konzentration ein Maler dafür aufbringen müsse. Ich sah Blau und Altrosa, sah Gold und zuweilen sogar ein tiefes Schwarz in dem bisher so scheinbar so einheitlichen Weiß und wusste, ich hatte für mich eine malerische Welt entdeckt, die mich auf Jahre hinaus, ja bis zur Gegenwart beschäftigen würde.

Dann wanderten wir zum Türkenbrunnen und ich erfuhr die Legende von den Pferden der osmanischen Reiter die an der bezeichneten Stelle auf die Knie gefallen seien und so eine Eroberung der Kirche verhindert hätten.

Ein prägender Tag. Die Magie dieser eindrucksvollen Basilika hält bis heute an. Wer weiß, was die Zeit für dieses Signum Gottes inmitten blühender Obstbäume bringen mag.

Nächster Termin

Am Donnerstag, 26. November,lädt die NÖN um 19 Uhr zum Benefizkonzert mit Monika Martin in die Basilika am Sonntagberg.