Erstellt am 03. Februar 2016, 04:43

von Andreas Kössl

Literaturpreis für Evelyn Schlag. Waidhofner Literatin wurde für ihr Gesamtwerk mit dem Österreichischen Kunstpreis für Literatur ausgezeichnet.

Kulturminister Josef Ostermayer und Bundespräsident Heinz Fischer (v.l.) überreichten Schriftstellerin Evelyn Schlag den Preis.  |  NOEN, Peter Lechner

Die Waidhofner Schriftstellerin Evelyn Schlag wurde mit dem Österreichischen Kunstpreis 2015 für Literatur ausgezeichnet. Am Mittwoch der Vorwoche wurde diese hohe Auszeichnung, die in sieben Kategorien vergeben wurde, von Bundespräsident Heinz Fischer und Kulturminister Josef Ostermayer in der Wiener Hofburg verliehen.

Schlag hielt dabei auch den Festvortrag, der den Titel „körper körper bodenweich“ trug. „Evelyn Schlag zeigte darin auf, wie Literatur durch Wort und Sprache eine Wirklichkeit schafft, die der Realität nahekommt“, so der Waidhofner Literaturkenner und Germanist Peter Bubenik. „Dabei stellte sie die Frage nach der Wahrheit. In einer in die Tiefe blickenden Bildsprache wurde deutlich, dass uns Unrecht heute in der Wirklichkeit fordert.“

Künstler werden für Lebenswerk ausgezeichnet

Mit dem Österreichischen Kunstpreis werden etablierte Künstler für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vom Bundeskanzleramt vergeben. Die Auswahl der Preisträger nimmt eine unabhängige Expertenjury vor. „Mit dem Preis zeichnen wir das Schaffen von Künstlern aus, die auch als Seismografen von gesellschaftlichen Entwicklungen ein wichtiges Ventil für die Wahrnehmung von Veränderungen sind“, so Kulturminister Ostermayer. „Gleichzeitig ist der Preis ein Appell an die Künstler, genauso engagiert und kritisch weiterzumachen wie bisher.“

Evelyn Schlag wurde 1952 in Waidhofen geboren, sie studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Wien und war danach Mittelschullehrerin in Wien bzw. Lehrerin an der HAK Waidhofen. Seit Mitte der 1970er-Jahre publiziert sie eigene Texte, seit 2002 ist sie freie Schriftstellerin. Zuletzt veröffentlichte sie 2014 den Lyrikband „verlangsamte raserei“. 2011 erschien ihr letzter Roman „Die große Freiheit des Ferenc Puskas“, der sich damals schon mit der Flüchtlingsthematik auseinandersetzte.

„Der Kunstpreis für Literatur bedeutet für mich eine große Anerkennung und Bestätigung meiner schriftstellerischen Arbeit, die es mit sich bringt, dass ich eher zurückgezogen lebe“, freut sich Evelyn Schlag. „Zur Zeit bereite ich die Veröffentlichung meines neuen Romans vor, der im Jemen spielt und die politischen Probleme des zerrissenen Staats zum Hintergrund hat.“