Erstellt am 08. Juni 2016, 05:35

von Claudia Stöcklöcker

Mann macht Frauen das Leben zur Hölle. 64-jähriger Waidhofner beschimpft Nachbarinnen. Urteil: Drei Monate Bewährungsstrafe wegen beharrlicher Verfolgung.

Nachbar beschimpft Frauen über Gartenzaun.  |  NOEN, Symbolfoto: Wodicka
 „Er trinkt sehr gerne, sehr oft und sehr viel und dann verliert er die Hemmschwelle“, sagt eine Waidhofnerin (53) vorm Richter. Ihr und ihrer 84-jährigen Mutter macht ein Nachbar seit Monaten das Leben schwer. Beharrliche Verfolgung wird dem 64-jährigen Pensionisten nun vorgeworfen.

„Er sagt Hermann Göring, dicker Hermann und fette Sau von nebenan zu mir, sicher zwei Mal pro Woche. Er hängt T-Shirts im Garten auf, die mit Hermann beschriftet sind, und hat einen Zettel hingelegt, auf dem stand: ‚Next Soku, Hermann‘“, erzählt die 53-jährige Waidhofnerin. „Grunz-, Würge-, und Kotzgeräusche gibt er von sich, sobald meine Mutter und ich im Garten sind, und er schneidet Grimassen, sobald er mich sieht.“

Maßlos enttäuscht ist die 84-Jährige. „Ich kenne ihn von klein auf und hatte zu seiner Mutter ein gutes Verhältnis. Einmal, da wollt ich mit ihm in Ruhe reden, so wie es sich gehört. Da hat er zu mir gesagt, ich solle zum Friedhof gehen und die Grabsteine anweinen. Ich hätte nie gedacht, dass man unter Nachbarn so böse sein kann.“ In ihren Garten gehen die beiden Frauen schon lange nicht mehr.

„Er hat zu mir gesagt, ich solle zum Friedhof
gehen und die Grabsteine anweinen“,
sagt 84-Jährige über ihren
schikanösen Nachbarn.

„Es ist bei den Frauen bereits zu massiven psychischen Beeinträchtigungen und Vitamin-D-Mangel gekommen“, sagt Opferrechtsanwältin Elisabeth Januschkowetz.
Der Angeklagte zeigt wenig Einsicht. „Ich amüsiere mich“, lacht er. Und setzt fort: „Göring hab’ ich nie gesagt, ich tendiere ja zum anderen Lager. Und Hermanns gibt es viele, es könnte ja auch der Groër gemeint sein.“
Der Richter lässt das nicht gelten. „Es steckt Methode dahinter“, meint er. Und: „Die Frauen sind in ihrer Lebensführung beeinträchtigt.“

Da besinnt sich der Angeklagte eines Besseren und gibt zu: „Ich wollte die Frauen ärgern.“ Und fügt hinzu: „Wenn ich in meinem Garten nicht rülpsen darf, verkaufe ich mein Haus an eine türkische Großfamilie!“
Für den 64-Jährigen setzt es drei Monate bedingt, ein Bewährungshelfer wird zur Seite gestellt. Nicht rechtskräftig.