Erstellt am 16. November 2015, 15:43

von Doris Schleifer-Höderl

Mit Verstand und Gespür. Seit elf Jahren ist Leopoldine Hirtenlehner Bezirksbäuerin. Den NÖN verrät sie ihre Pläne für das kommende Jahr und warum für sie agieren wichtiger ist, als reagieren.

Leopoldine Hirtenlehner möchte das erfolgreiche Buch der Ybbstaler Bäuerinnen neuauflegen und sucht dafür Sponsoren.  |  NOEN, Foto: Doris Schleifer-Höderl

„Es kommt nicht darauf an mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden“, lautet das Lebensmotto von Bezirksbäuerin Leopoldine Hirtenlehner. „Man muss das Rad nicht immer neu erfinden, um innovativ zu sein. Wichtig ist es in Zeiten wie diesen nicht immer nur zu reagieren, sondern zu agieren!“ Und dies tut die Konradsheimerin auch. Rund 1.200 Frauen in zwölf Ortsgruppen von Kematen bis St. Georgen/Reith umfasst die Waidhofner Bäuerinnenorganisation und ihre „Chefin“ hat sich für das Jahr 2016 viel vorgenommen.

Für Leopoldine Hirtenlehner ist es entscheidend, dass Bäuerinnen sich informieren und austauschen. Deshalb rief sie heuer eine spezielle Diskussionsrunde ins Leben, die gezielt aktuelle Themen anspricht und für die namhafte Rednerinnen gewonnen werden. Unter dem Titel „Salz und Pfeffer“ für die Würze und Schärfe, die Diskussionen mit sich bringen, fand am Freitag, den 23. Oktober im Gasthaus Kerschbaumer vormittags die erste Veranstaltung mit der EU-Abgeordneten Elisabeth Köstinger statt.

„Ich möchte in Zukunft zwei bis drei Mal im Jahr solche Diskussionen anbieten“, berichtete Hirtenlehner den NÖN. „Denn Information und Argumente auszutauschen sind letztendlich Chancen zur individuelle Problemlösung, ermöglichen andere Sichtweisen zu verstehen und motivieren zum Selber sich einbringen.“

Ein weiteres Vorhaben der engagierten Bezirksbäuerin ist eine Neuauflage des im Jahr 2001 erschienenen Buches „Durch’s Jahr. Brauchtum und Kulinarisches von Ybbstaler Bäuerinnen.“

Neuauflage vom Buch „Durch’s Jahr“ geplant

„Die alte Ausgabe war überaus beliebt und ist leider vergriffen. Neben Rezepten soll es auch wieder das gesamte Brauchtum im Jahreskreis erörtern sowie unsere Ybbstaler Geschichten und Gedichte beinhalten. Ich bin bereits auf der Suche nach Sponsoren, die uns bei der Realisierung des Projekts helfen. In spätestens zwei Jahren möchten wir das Buch präsentieren.“

Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, möchte die Bezirksbäuerin auch den Stellenwert der Hauswirtschaft forcieren. „Momentan kommt mir das Thema viel zu kurz in unserer Gesellschaft. Jeder spricht von nachhaltig leben, nur wenige bedenken aber, dass es dazu auch eine praktizierte Hauswirtschaft braucht. Sie ermöglicht es Ressourcen schonend zu kochen, zu putzen und zu wirtschaften. Dies alles benötigt Zeit und Wissen um Zusammenhänge, die viele von uns nicht mehr haben. Hier möchte ich Bewusstsein schaffen, eventuell mit einer ganz schrägen Aktion zum Beispiel am Waidhofner Stadtplatz.“

Mehr möchte Leopoldine Hirtenlehner noch nicht verraten, aber man kann davon ausgehen, dass sie es tun wird – wie immer mit gesunden Hausverstand und viel Gespür.