Erstellt am 21. September 2015, 13:37

von NÖN Redaktion

Miteinander der Kulturen in Ybbsitz. Zwei syrische Flüchtlingsfamilien betreut diePfarre Ybbsitz seit März. Die Integration funktioniert bestens.

Neun Kriegsflüchtlinge haben in Ybbsitz eine neue Heimat gefunden. Bürgermeister Josef Hofmarcher (3.v.l.), Monika Lueger (7.v.l.), Pfadfinderleiterin Eva Groß (9.v.l.), Diakon Hermann Helm (5.v.r.), Kaplan Pater Vitus Weichselbaumer (3.v.r.) und Monika Bramauer (2.v.r.) unterstützen sie.  |  NOEN, Wolfgang Zarl

„Wo so große Not herrscht, muss man helfen“, betont Monika Bramauer. Sie wirkt im Sozialausschuss der Pfarre Ybbsitz mit und begleitet seit März mit anderen Pfarrmitarbeitern zwei syrische Flüchtlingsfamilien. Insgesamt neun Personen haben in Ybbsitz eine Unterkunft gefunden – acht davon wurde mittlerweile der Asylstatus zuerkannt, ein Asylbescheid ist befristet. Habe es anfangs auch Vorbehalte im Ort, gegeben, so wüssten nun alle, dass es absolut keine Probleme mit den Flüchtlingen gebe, so Bramauer.

„Wir sind mit unseren Ybbsitzer Begleitern mittlerweile wie eine Familie zusammengewachsen und sind dankbar für alles“, sagt der syrische Familienvater Amadi. Er denkt oft an Zuhause. An die Menschen, die er zurücklassen musste, an die vielen, die unter schwerster Not leiden und dauernd um ihr Leben fürchten müssen.

Die Flüchtlinge wollen nun rasch Deutsch lernen. Sie leben sehr selbstständig, kümmern sich um den Garten des Hauses und wollen sich rasch integrieren. Da hat sich bereits viel ergeben: Sie haben beim Bergfest der Katholischen Jugend am Prochenberg teilgenommen, beim Ortsturnier des Fußballvereins mitgekickt, die Pfadfinder kennengelernt oder an Jugendveranstaltungen teilgenommen. Als Dankeschön für die Gastfreundschaft der Ybbsitzer luden die Flüchtlinge ihre Helfer zu einer Hausfeier ein, wo sie syrische Speisen servierten.

Unterstützung beim Erlernen der Sprache

Die Helfer der Pfarre Ybbsitz betonen: „Es sind Menschen wie wir, sie haben gelebt wie wir und sie sind unsere Freunde und Familie geworden.“ Wichtig sei es, gleich von Beginn an etwas für die Integration zu tun.

Wie viele Stunden mittlerweile für die Flüchtlingshilfe aufgebracht wurden, können die Helfer nicht sagen. Begonnen hat es mit der Renovierung des Hauses, die fast zwei Monate in Anspruch genommen hat. Danach half man beim Erlernen der Sprache und gab den Kindern Hilfe bei den Schulaufgaben. Oft gehe es auch nur darum, dass man einfach da sei, so die Helfer. Mit gemeinsamen Ausflügen oder Wanderungen möchte man die Kriegsflüchtlinge aus dem oft sehr trüben Alltag herausholen. Auch beim Einkaufen, bei Arztbesuchen oder Behördenwegen gibt es Unterstützung. Die Zusammenarbeit mit Ämtern und Ärzten sei sehr gut, betonen die Helfer. Lobenswert zu erwähnen sei auch die gute Kooperation mit den Schulen. Direktoren und Lehrer seien sehr bemüht, das Bestmögliche für die drei schulpflichtigen Kinder zu tun.

Bürgermeister Josef Hofmarcher erklärt, die Gemeinde stünde zu 100 Prozent hinter der Initiative der Pfarre. Auch er sei froh, dass die Ybbsitzer und die Flüchtlinge gleich in der Phase der Grundversorgung aufeinander zugegangen seien. Hier spüre er viel menschliche Nähe. Hilfreich sei sicherlich, dass es in Ybbsitz eine starke Pfarre gebe, die viel bewege. Das seien oft Menschen, die weniger reden, aber mehr tun, so der Bürgermeister.