Erstellt am 04. März 2016, 05:04

von Christian Eplinger

Möblierung für Ybbstal-Radweg. Aschbacher Firma gewann Projektwettbewerb für Gestaltung der Rastplätze, HTL Waidhofen baute Modell und Prototypen, ab 2017 sollen sie Radler „in Balance bringen“.

 |  NOEN, Christian Eplinger

20 Kilometer des 50 Kilometer langen Ybbstalradweges sind bereits befahrbar – von Lunz am See bis St. Georgen/Reith. Der Großteil des übrigen Abschnittes soll heuer fertiggestellt werden. Die diesbezüglichen Auftragsvergaben erfolgten im Rahmen einer Vorstandssitzung vergangenen Mittwoch in Lunz.

Einzig der Abschnitt zwischen Hollenstein und Opponitz wartet noch auf die Ausschreibung. „Bis 2017 hoffen wir aber, dass der gesamte Radweg durchgehend befahrbar sein wird – und das sicher innerhalb des vorgegebenen Budgetrahmens von 10 Millionen Euro“, sagt Radweg-Verbandsobmann Bürgermeister Martin Ploderer aus Lunz.

„Die Rastplätze sollen mit der 
Landschaft verschmelzen.“
Alois Graf, Geschäftsführer
von ambient consult

Dann soll die bereits 2013 in Workshops ausgearbeitete Inszenierung des Radweges „ausgerollt“ werden. Einen Hauptpunkt dabei nimmt die Möblierung ein. Sie soll die Radler in Balance bringen, sie zu einer Auszeit einladen, dazu alleine oder gemeinsam mit den Familien einfach die Landschaft am Fluss zu genießen. Bezeichnend der Titel des Siegerprojektes des Büros ambient consult von Alois Graf „Mehr Zeit für s‘ich“.

Das Landschaftsplanungsbüro aus Aschbach setzte sich im Projektwettbewerb mit seinen Ideen gegen die beiden Scheibbser Planungsbüros von Joseph Hofmarcher sowie Clemens Auer und gegen das Konzept von Hannes Hochrieser aus Lunz durch.

Die Möblierung reicht dabei vom Radständen über Hocker und Tische bis hin zu Schattenlauben, Liegehockern, Hängematten und Grillplätzen. Dazu kommen Spielelemente für Kinder oder die Revitalisierung alter Rottenunterkünfte als Wetterstadl zum Unterstellen. „Wir setzen dabei auf die Naturmaterialen Metall und Eichenholz, um auch hier die Verbindung mit der Eisenstraße zu betonen und mit der Landschaft in Balance zu sein“, betonte Alois Graf bei der Präsentation.

Modelle in jeder Gemeinde 14 Tage zu sehen"

Einen Modellrastplatz sowie die ersten Prototypen haben Matthias Lehner und Maximilian Kössl als Projektarbeit in der HTL Waidhofen/Ybbs mit ihren Betreuungslehrern gestaltet. Gemeinsam mit den Konzeptideen des Büros ambient consult werden diese in den nächsten Wochen als Wanderausstellung durch das Ybbstal ziehen. „Wir gehen damit von Lunz Richtung Waidhofen, wo sie am 24. Mai landen sollen. In jeder Gemeinde werden die Modelle und Pläne 14 Tage zu sehen sein“, erklärt Eisenstraße-Geschäftsführer Stefan Hackl.

Das ist insofern nicht unerheblich, da jede Gemeinde die von ihr festgelegten Rastplätze selbst gestalten kann  – und auch selbst finanzieren muss. „Wir wollen in den nächsten Monaten festlegen, welche Gestaltungselemente wir wie oft brauchen und dann gemeinsam ausschreiben. Der Auftrag soll an eine regionale Firma gehen, die uns die Fertigstellung bis Beginn 2017 garantiert“, schildert Martin Ploderer.

Gleichzeitig mit der Ausschreibung und Auftragsvergabe sowie den letzten Arbeiten sollen heuer die Einbindung radfreundlicher Betriebe, das gemeinsame Marketing und die Anbindung des Ybbstal-Radweges an den Ennstal-, Ötscherland- und Donauradweg erfolgen. „Jede Gemeinde wird auch in Abstimmung mit der Mostviertel Tourismus GmbH einen Infopoint entlang des Radweges bekommen“, weiß Hackl, der überzeugt ist, mit dem fertiggestellten Radweg einen touristischen Impuls und einen Erholungsnutzen für die heimische Bevölkerung zu schaffen.