Erstellt am 13. April 2016, 05:24

von Birgit Kindler

Motorsägen-Dieb auf der Anklagebank. Zehn gewerbsmäßige Diebstähle werden einem Ungarn vorgeworfen. Der 32-Jährige zeigt sich teilweise geständig.

Vor allem auf Motorsägen hatte es der 32-jährige Angeklagte abgesehen.  |  NOEN, Shutterstock/26kot

Nur zwei Wochen nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ging der Ungar wieder einbrechen. Und das im großen Stil – die Schadenssumme beträgt voraussichtlich um die 80.000 Euro. Abgesehen hatte es der 32-Jährige vor allem auf Motorsägen der Marken Stihl, Husqvarna und Jonsered, die soll er dann in Ungarn verkauft haben.

Jetzt sitzt er vor Richterin Doris Zwettler-Scheruga am Landesgericht St. Pölten. „Vierzehn Tage nach Ihrer Entlassung sind Sie wieder stehlen gegangen – Warum?“, will die Richterin wissen. Geldmangel nennt der Angeklagte als Grund. Schwerer gewerbsmäßiger Diebstahl wird ihm zur Last gelegt, mindestens fünf einschlägige Vorstrafen sind bekannt. Zehn Delikte werden ihm vorgeworfen, die er von September bis Dezember in NÖ, der Steiermark und dem Burgenland verübt haben soll.

Im Ybbstal klickten die Handschellen

Den ersten Einbruch soll er in Purgstall begangen haben. 17 Motorsägen wurden gestohlen. Weiter ging es in Hollabrunn, St. Pölten, Langenzersdorf, Unterwart und Neuzeltweg. Die Handschellen klickten dann im Ybbstal. Dort wurde er am 31. Dezember beim Lagerhaus Waidhofen ertappt, nachdem er dort bereits im Oktober 30 Motorsägen (Wert: 14.500 Euro) gestohlen haben soll.

Der Mann zeigt sich teilweise geständig. Bei einigen Delikten verweist er aber auf seine Mittäter. So will er bei vier Einbrüchen nicht dabei gewesen sein. „Er weiß schon gar nicht mehr, wo er die Straftaten verübt hat“, glaubt ein Polizist, der die Einvernahme mit ihm durchgeführt hat. Der Staatsanwalt will mutmaßliche Mittäter, die per Haftbefehl gesucht werden, einvernehmen, bevor ein Urteil gefällt wird. Der Prozess wird am 1. Juli fortgesetzt.