Erstellt am 09. Juni 2016, 05:40

von Andreas Kössl

Neubau unvermeidlich. BIG-Studie rät dazu, sanierungsbedürftige Sportstätte aus den 70er-Jahren gleich daneben am Standort des jetzigen Kunstrasenplatzes neu zu errichten. Kosten: ca. 10 Mio. Euro.

1978 wurde die Sporthalle der Stadt Waidhofen eröffnet. Mittlerweile ist sie schwer sanierungsbedürftig und kann nach nun beschlossenen Notmaßnahmen maximal noch fünf Jahre benutzt werden. Eine Studie rät dazu, den Bau gleich daneben am derzeitigen Kunstrasenplatz neu zu errichten.  |  NOEN, Foto: Kössl

24.166 Euro beschloss der Gemeinderat vergangene Woche für Betoninstandsetzungsarbeiten und die Montage von Stahlstützen bei der Sporthalle Waidhofen. Ein von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in Auftrag gegebenes statisches Gutachten hat diese Maßnahmen als notwendig für den weiteren Betrieb ausgewiesen – die NÖN berichtete.

Rund die Hälfte dieser 24.166 Euro steuert das Land bei. Die Maßnahmen sind jedoch lediglich temporärer Natur. Um einen Neubau der in den 70er-Jahren errichteten Sporthalle wird man wohl nicht umhin kommen. Die 1978 eröffnete Sporthalle ist nämlich schwer sanierungsbedürftig. Erst vor zwei Jahren mussten die Elek-
troinstallation und die Sicherheitsbeleuchtung um rund 81.000 Euro erneuert werden. Die nun beschlossenen Maßnahmen verlängern den Hallenbetrieb um maximal fünf weitere Jahre.

Sanierung der Sporthalle

Bereits 2014 habe er erste Gespräche mit der BIG über die Zukunft des Gebäudes geführt, so Bürgermeister Werner Krammer (WVP). Die Sporthalle ist zwar im Besitz der Stadt, sie wird aber zu 75 Prozent von HTL und BRG genutzt, wofür der Bund der Stadt Miete zahlt. Aufgrund dieser Hauptnutzung der Halle durch die Bundesschulen sind Bund und Landesschulrat in die Entscheidungsfindung über die Zukunft der Sporthalle stark eingebunden.

Eine Studie der BIG habe ergeben, dass eine Sanierung der Sporthalle nicht sinnvoll sei, so Krammer. Stattdessen sei zu einem Neubau auf dem Standort des jetzigen Kunstrasenplatzes gleich neben der bestehenden Halle geraten worden. Die Kosten würden rund zehn Millionen Euro betragen. „Das wäre sicher die beste Variante“, so Bürgermeister Krammer. Der Betrieb könne in der alten Halle weiterlaufen, während die neue Sportstätte errichtet werde, so der Stadtchef. Danach könne auf dem alten Standort der Sporthalle der Kunstrasenplatz wieder angelegt werden.

Planungsbeirat für Entscheidungsfindung

Auch wenn die alte Sporthalle nach den nun beschlossenen Sanierungsmaßnahmen noch fünf Jahre benutzt werden kann, drängt die Zeit. Der Bürgermeister rechnet beim Neubau der Halle mit einer Vorlaufzeit von mindestens zwei Jahren. „Ich möchte nun einen Planungsbeirat formieren, bestehend aus politischen Vertretern aller Fraktionen sowie aus Vereinen und Schulen. Dieser soll sich dann mit der Thematik beschäftigen“, so Krammer.

Wird die von der BIG vorgeschlagene Variante tatsächlich umgesetzt, so wäre damit wohl auch die Idee eines Sportzentrums auf den Steinauer-Gründen in Kreilhof, wie sie Sport-stadtrat Rechberger (UWG) vor einiger Zeit angeregt hat, vom Tisch. „Es hat ein Gespräch von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Sport zu dieser Thematik gegeben“, so Krammer.

„Dabei kam man zu dem Schluss, dass das keine gute Lösung ist, da man diese Fläche vielleicht einmal als Wirtschaftsfläche braucht. Außerdem ist es sinnvoller, Sport- und Freizeiteinrichtungen aus Gründen der Erreichbarkeit für die Jugend über die Stadt verteilt zu haben.“ „Ich kenne diese Studie nicht“, sagt Sportstadtrat Rechberger dazu. „Die Idee, die Sporthalle auf dem Standort des Kunstrasenplatzes zu errichten, ist für mich neu.“