Sonntagberg

Erstellt am 15. Juli 2016, 05:26

von Andreas Kössl

Bürgermeister Raidl: „Ziel ist 4.000er-Marke“. Sonntagbergs Bürgermeister Thomas Raidl über Radrundfahrt, Sonntagberg, Wohnen und Bauprojekte, Gemeindefinanzen sowie die Unterbringung von Flüchtlingen.

Bürgermeister Thomas Raidl hat ein Ziel: Er möchte die Bevölkerungszahl der Gemeinde mit der Schaffung von Wohnraum weiter anheben.    |  noen, Kössl

NÖN: Herr Bürgermeister, vergangene Woche hat die Österreich-Radrundfahrt wieder auf den Sonntagberg geführt. Welche Bedeutung hat diese Veranstaltung für die Gemeinde?
Bürgermeister Thomas Raidl: Eine Veranstaltung wie die Österreich-Radrundfahrt steigert unseren Bekanntheitsgrad und ist somit für den Tourismus in der Gemeinde ganz wichtig. Damit wird die Marke „Sonntagberg“ entsprechend positioniert.

Der Sonntagberg wurde in den letzten Jahren ja zunehmend in den Fokus gerückt. Macht sich das auch in den Tourismuszahlen bemerkbar?
Raidl: Wir merken das in erster Linie bei den Tagesbesuchern. Die kürzlich eröffnete Schatzkammer wird sehr gut angenommen, aber auch der gesamte Panoramahöhenweg. Das ist schon ein ganz besonderer Platz da oben.

Die Restaurierung der Kunstschätze der Schatzkammer erfolgte ja im Rahmen der Revitalisierung des Sonntagbergs. Welche Maßnahmen stehen bei diesem Projekt gerade an?
Raidl: Derzeit wird gerade die Fassade renoviert. Es ist ja so, dass für die Maßnahmen an der Basilika das Stift zuständig ist, und sich die Gemeinde um Infrastrukturmaßnahmen und die Umfeldgestaltung kümmert. Hier wird nun in Kooperation mit der Straßenmeisterei der Bereich beim Gasthaus Lagler neu gestaltet. Die Kapelle dort wird zur Kreuzung vorversetzt und somit das Tor zum Sonntagberg. Außerdem starten in den nächsten Wochen die Arbeiten zur Oberflächenentwässerung am Sonntagberg.

Wie weit ist man beim Kanal- und Wasserprojekt Windberg-Baichberg?
Raidl: Dieses konnte man nun abschließen. Hier erfolgt einerseits die Aufschließung zu den neuen Baugründen in der Siedlung Windbergtal, andererseits kam es zu einer Verbesserung für die Anrainer, die schon dort wohnen. Auch eine Leerverrohrung für Lichtwellenleiter wurde hier mitverlegt.

Wie viele neue Bauparzellen gibt es in der Siedlung Windbergtal?
Raidl: Sieben und vorne sind nochmals drei verfügbar. Siedlungspolitisch ist diese Aufschließung ganz wichtig. Unser Ziel ist es, bei der Bevölkerungszahl wieder die 4.000er-Grenze zu erreichen. Auch in Böhlerwerk sind einige bauliche Maßnahmen für nächstes Jahr geplant. Hier werden Reihenhäuser und ein Wohnhaus errichtet. Zudem errichtet die Gedesag in der Sonnensiedlung drei Doppelhäuser.

Bleiben wir noch in Böhlerwerk: Hier hat man mit der Sanierung der Körnerhöfe und dem Neubau der Sportarena Böhlerwerk noch zwei große Projekte am Laufen. Wie weit ist man da?
Raidl: Die Sanierung der Körnerhöfe soll noch heuer im Herbst fertiggestellt werden. Die Sportarena soll Mitte 2017 abgeschlossen sein. Hier haben wir zum Glück viele Helfer, die schon an die 6.000 freiwilligen Arbeitsstunden geleistet haben.

Auch die Sanierung der Stocksportanlage in Rosenau wird mit freiwilligen Helfern realisiert.
Raidl: Ja, das ist ganz wichtig. Dort wird der Belag erneuert, und auch das Haus selbst saniert. Auch dieses Projekt soll heuer noch fertig werden. Es herrscht also eine rege Bautätigkeit in Sonntagberg – auch von unternehmerischer Seite her. Raidl: Ja, die Firma Böhler PROFIL errichtet in Bruckbach eine Halle. Und in Böhlerwerk entsteht auf dem ehemaligen Areal der Tischlerei Halbmayr ein Billa-Markt. Dieser soll schon am 17. August eröffnet werden. Und auch die voestalpine Precision Strip GmbH tätigt viele Investitionen.

Wie schaut es beim Freibad Böhlerwerk aus? Hier wurde in der Vergangenheit angesichts mehrer notwendiger baulicher Maßnahmen auch die Forderung laut, das Bad zuzusperren.
Raidl: Das Freibad ist eine wichtige Freizeit- und Sozialeinrichtung. In der Vergangenheit mussten immer wieder kleinere Maßnahmen durchgeführt werden. Eine Überprüfung am Freitag ergab aber, dass sowohl die Wasserqualität als auch die Bausubstanz in Ordnung sind. Wenn keine großartigen Investitionen mehr daherkommen, wollen wir das Bad so lange wie möglich weiterführen.

Zu den Gemeindefinanzen: Wie ist die finanzielle Lage?
Raidl: Grundsätzlich sind wir gut unterwegs. Unser Rechnungsabschluss weist eine schwarze Null auf. Dabei hilft uns die derzeitige Zinssituation, aber auch die Sanierungspartnerschaft mit dem Land NÖ. Ohne die ginge es nicht. Natürlich müssen wir aber unseren Konsolidierungskurs auch in den nächsten Jahren weiterfahren, um unsere finanzielle Basis weiter zu stabilisieren.

Zum Thema Flüchtlinge: In Bruckbach fanden kürzlich zwei Familien aus Afghanistan eine neue Bleibe. Wie läuft es da in Sachen Betreuung und Integration?
Raidl: Grundsätzlich haben wir diese Situation sehr gut gemeistert. Obwohl die Hauptbetreuung bei der Firma liegt, die die Flüchtlinge untergebracht hat, geht es ganz ohne Mithilfe der Gemeinde natürlich nicht. Ich sehe unsere Rolle hier als Vermittler. Gott sei Dank haben sich auch einige Leute gemeldet, die sich einbringen wollen, und so wurde ein Arbeitskreis gebildet. Dieser organisiert etwa einen Fahrdienst zur Team-Österreich-Tafel des Roten Kreuzes oder einen Besuchsdienst. Die Kinder haben in der Schule bereits geschnuppert und auch ein Deutschkurs ist bereits gestartet. Ein großes Danke an alle, die hier mithelfen.