Erstellt am 01. April 2016, 13:34

von NÖN Redaktion

Notarztsystem: Umstellung ab 4. April. Künftig landesweit Notarzteinsatzfahrzeug statt Notarztwagen beim Roten Kreuz im Einsatz. Ybbstaler Retter für Umstellung des Notarztsystems gerüstet.

Julian Dröscher, Thomas Frühwirt und Andreas König vom Roten Kreuz Waidhofen bereiten sich auf die Umstellung des Notarztsystems vor.  |  NOEN, RK

Das Rettungswesen in NÖ wird in den Jahren 2015 und 2016 kräftig umgebaut. Das bis dato in den Rettungsdienst implementierte Notarztsystem wird auf Wunsch des Landes vom Notarztwagen- (NAW) auf ein Notarzteinsatzfahrzeug-System (NEF) umgestellt. Dieser Umstellungsprozess ist beim Roten Kreuz NÖ seit dem Frühjahr 2015 im Gange und stellt für den Rettungsdienst grundlegende Veränderungen dar.

Rettungswagen übernimmt Transport des Patienten

Während bisher der Notarzt mit zwei Notfallsanitätern im Notarztwagen zum Notfallort gefahren ist, kommen künftig nur noch der Notarzt und ein Notfallsanitäter per Pkw samt medizinischer Ausrüstung zum Patienten. Den Transport des Patienten übernimmt dann – wenn erforderlich – der nächstgelegene Rettungswagen. Der Notarzt entscheidet je nach Zustand des Patienten, ob er den Patienten im Rettungswagen ins Krankenhaus begleitet oder ob er wieder einsatzbereit zum Stützpunkt zurückfährt. Durch diese Veränderung wird in Zukunft der gesamte Rettungsdienst in die Notfallversorgung noch stärker eingebunden. Dafür sind entsprechende Schulungsmaßnahmen der Mitarbeiter und die technische Umrüstung aller Rettungsfahrzeuge erforderlich.

All diese Maßnahmen werden im westlichen Mostviertel seit über einem Jahr in einer eigenen Projektgruppe aller Rotkreuzdienststellen koordiniert und vorbereitet. Der geplante Umstellungstermin und Start für das neue System ist für den Stützpunkt Waidhofen (gemeinsam mit Scheibbs) für Montag, 4. April, geplant.

Das neue Notarzteinsatzfahrzeug wird auch in Zukunft mit Notärzten aus dem Landesklinikum und ehrenamtlichen und hauptberuflichen Notfallsanitätern des Roten Kreuzes Waidhofen besetzt. Gemeinsam bereiten sich beide Berufsgruppen seit Wochen intensiv auf die Arbeitsweise mit dem neuen Fahrzeug und den Gerätschaften vor.

Zusammenarbeit mit der Notarztmannschaft

So absolvieren derzeit alle 22 NEF-Sanitäter, die das neue Fahrzeug lenken werden, ein speziell mit dem ÖAMTC entwickeltes Fahrsicherheitstraining und trainieren gemeinsam mit den Notärzten alle medizinischen Abläufe eines Einsatzes. Aber auch alle anderen Notfall- und Rettungssanitäter der gesamten Region müssen für die zukünftige Zusammenarbeit mit der Notarztmannschaft entsprechend vorbereitet und weitergebildet werden.

„Wir werden, wie auch in der Vergangenheit, allen, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen müssen, die beste Qualität der Notfallmedizin anbieten können, sagt Rotkreuz-Geschäftsführer Wolfgang Frühwirt. „Wir sind mit den Standards in unserem System weltweit unter den Besten.“ Dieser hohe Standard werde auch gehalten. Im Durchschnitt erreiche das Rote Kreuz jeden Patienten in unter 17 Minuten.

Zweites Einsatzfahrzeug im Konvoi

Das Rote Kreuz bittet die Verkehrsteilnehmer, darauf zu achten, dass bisher in der Regel der Notarzt- oder Rettungswagen alleine mit Blaulicht und Folgetonhorn unterwegs gewesen sei, künftig jedoch eventuell ein zweites Einsatzfahrzeug im Konvoi folgen könne. Das neue NEF-Fahrzeug hat man beim Roten Kreuz Waidhofen seit 15. März im Haus. Derzeit arbeite man intensiv an den notwendigen Vorbereitungen, schildert der für den Rettungsdienst zuständige Thomas Frühwirt.