Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:53

von Andreas Kössl

ÖBB-Pendler fürchten Verschlechterungen. Pendlerzug aus dem Ybbstal fährt ab 13. Dezember später ab. Umstieg in Amstetten Richtung Linz wird noch knapper.

Der Fahrplanwechsel der ÖBB tritt am 13. Dezember in Kraft. Pendler aus dem Ybbstal nach Linz fürchten Verschlechterungen, da der Zug aus Waidhofen später abfährt, die Abfahrtszeit des Intercitys in Amstetten nach Linz aber gleich bleibt.  |  NOEN, ÖBB

Am Sonntag, 13. Dezember, tritt der neue Fahrplan der ÖBB in Kraft. Neu dabei ist, dass der Fernverkehr Richtung Wien auf der Westbahnstrecke künftig nicht mehr den Westbahnhof, sondern den Wiener Hauptbahnhof ansteuern wird.

Pendler, die mit der Rudolfsbahn aus dem Ybbstal kommen, fürchten durch den neuen Fahrplan Verschlechterungen. Vor allem jene Pendler, die am Bahnhof Amstetten in den Intercity Richtung Linz umsteigen müssen, haben Angst, in Zukunft ihren Anschlusszug nicht mehr zu erwischen.

Schon jetzt war es für Fahrgäste, die den Pendlerzug R3705 mit der Abfahrt um 6.29 Uhr in Waidhofen Richtung Amstetten nahmen, oft schwierig, den Intercity IC540 nach Linz mit der Abfahrt um 7 Uhr in Amstetten zu erreichen. Laut Fahrplan soll der Zug aus dem Ybbstal nämlich um 6.55 Uhr in der Bezirkshauptstadt ankommen. Tatsächlich erreiche der Zug den Bahnhof Amstetten aber täglich erst um zwei bis drei Minuten später, bekrittelt ein Pendler gegenüber der NÖN, weshalb die Umstiegsdauer von Bahnsteig 11, wo der Regionalzug ankommt, zu Bahnsteig 2, wo der Intercity abfährt, sehr knapp bemessen sei. Immer wieder würden die Pendler derzeit schon den Anschluss an den IC verpassen. Der Grund dafür sei eine Langsamfahrstelle zwischen Greinsfurth und Amstetten sowie die Tatsache, dass viele Schüler den Zug Richtung Amstetten benutzen, weshalb es zu längeren Zustiegszeiten komme, so der Pendler.

Zug kommt schon bisher später in Amstetten an

Mit dem neuen Fahrplan befürchten die Pendler eine weitere Verschlechterung der Situation. Der Grund: Der morgendliche Regionalzug – der künftig als R3701 verkehrt – werde dann in Waidhofen erst um 6.30 Uhr, also eine Minute später als bisher abfahren. In Rosenau verzögert sich die Abfahrtszeit gegenüber bisher dann schon um zwei Minuten. In Amstetten ankommen soll der Regionalzug aus dem Ybbstal aber laut Fahrplan wie bisher um 6.55 Uhr. Schließlich fährt auch der Intercity nach Linz, wie bisher, um Punkt 7 Uhr ab. Da der Fahrplan aber schon jetzt meist nicht eingehalten werden könne, sei dies mit dem neuen Fahrplan noch unrealistischer, so die Befürchtung der Pendler.

Eine Stellungnahme seitens der ÖBB war bis Redaktionsschluss noch ausständig. Wie die NÖN aber aus Insiderkreisen erfuhr, handelt es sich zwischen Greinsfurth und Amstetten um keine sogenannte „Langsamfahrstelle“, die davon herrührt, dass der Zustand der Bahngleise nur eine gewisse Geschwindigkeit des Zuges erlaubt.

Vielmehr kommt es zwischen Greinsfurth und Amstetten vor, dass ein in Amstetten einfahrender Zug der Rudolfsbahn hier langsam fahren muss, weil durch die Kreuzung der Rudolfsbahn- mit der Westbahnstrecke ein Signal auf „Vorsicht“ steht. Für gewisse Triebwagengarnituren der Rudolfsbahn bedeutet dies eine maximal zulässige Geschwindigkeit von 40 km/h, da für diese sonst der Bremsweg zu lange wäre.

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