Erstellt am 10. September 2015, 05:27

von Lisa Hofbauer

Eine fossile Leidenschaft. Die Opponitzerin Sonja Raab stellt das "Objekt des Monats" im NÖ Landesmuseum in St. Pölten aus: Fossilien, von ihr selbst mühevoll geschliffen.

Die »Steinschleiferin« Sonja Raab widmet sich mit großer Hingabe ihrem Hobby. Fünf ihrer fossilen Schätze werden derzeit im Landesmuseum NÖ ausgestellt.  |  NOEN, Lisa Hofbauer

Vier bis fünf Stunden dauert es, bis so ein Stein fertig geschliffen ist – eine Arbeit, der sich die Opponitzerin Sonja Raab mit sichtbar viel Hingebung widmet.

Ihren ersten fossilen Schatz fand Raab in der Ybbs bei Opponitz beim Schnorcheln. „Das versteinerte Lebewesen erweckte sofort mein Interesse. Diese Fossilien sind bis zu 250 Millionen Jahre alt. Der Stein liegt seit so vielen Jahren im Bachbett und sein wahrer Wert wurde nie erkannt. Dieser Stein hat in dieser langen Zeitspanne schon so viel erlebt und das versteinerte Lebewesen vor langer Zeit Dinge gesehen, die wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können“, erklärt Raab ihre Faszination.

Achtjähriger Sohn teilt die Leidenschaft

Die Steine findet die Opponitzerin bei ihren Spaziergängen in der Umgebung. „Mein achtjähriger Sohn hilft mir beim Entdecken von versteinerten Tieren, er hat dafür schon ein besseres Auge als ich“, lacht die Künstlerin.

Am unbehandelten Stein ist das Fossil noch relativ schwer zu erkennen – um das versteinerte Lebewesen sichtbar zu machen, muss der Stein erst mühevoll und vorsichtig geschliffen werden. Anschließend wird der Stein noch poliert, um seine ganze Schönheit zeigen zu können. „Der ganze Prozess ist sehr viel Arbeit und erfordert viel Hingabe. Deshalb verkaufe ich die fertigen Steine auch nicht, sondern verschenke sie an Freunde und Familie“, erklärt die „Steinschleiferin“, wie sie sich selbst nennt.

Steine reisen bis Neuseeland

Dass die geschenkten Steine Freude machen, hat Raab erst kürzlich gesehen, als sie einer Maori-Frau aus Neuseeland im Austausch für einen echten grünen Jadestein einen geschliffenen Ybbstalstein schickte. „Sie hat sich enorm gefreut und war begeistert“, so Raab.

Durch ihre Arbeit für das Magazin momag lernte Raab den Kurator des Landesmuseums NÖ kennen. Als dieser nach Ideen für das neue „Objekt des Monats“ suchte, meldete sich Sonja Raab und schlug ihre geschliffenen Fossilien vor. „Es war eine einmalige Gelegenheit für mich, die ich einfach nutzen musste, auch wenn ich dieser Leidenschaft jetzt noch nicht so lange nachgehe“, sagt Raab und präsentiert stolz ihre fossilen Schätze.