Opponitz

Erstellt am 15. Juli 2016, 05:01

von Andreas Kössl

NÖN-Gespräch: „Kein Wunschkonzert“. Der Opponitzer Bürgermeister Johann Lueger über bauliche Maßnahmen und touristische Chancen des Ybbstalradwegs, Wohnen und die Zusammenarbeit im Gemeinderat.

Bürgermeister Johann Lueger sieht beim Ybbstalradweg neben der Gemeinde auch Private und Betrieb gefordert, die Chance zu nutzen.    |  noen, Kössl

NÖN: Herr Bürgermeister, die Arbeiten am Ybbstalradweg schreiten voran. In Opponitz stehen in diesem Zusammenhang zwei große Maßnahmen an. Das Eine ist die Änderung des Radwegverlaufs beim Bauernhaus Furth. Wie weit ist man da?
Bürgermeister Johann Lueger: Da wird es nächste Woche eine Bauverhandlung geben. Da ist alles auf Schiene.

Die zweite Maßnahme betrifft die Verlegung der Zufahrt zum Kraftwerk der Wien Energie in der Mirenau.
Lueger: Am Freitag findet da der Spatenstich statt. Ein Verkehrssachverständiger hat bei der jetzigen Zu- und Abfahrt zur Mirenau-Brücke die Sicherheit infrage gestellt. Nun haben wir die einmalige Möglichkeit, die Situation zu verbessern. Dass hier gemeinsam mit der Wien Energie, die auch einen Kostenbeitrag leistet, und der Güterweggemeinschaft Rehau-Mirenau eine Lösung gefunden werden konnte, ist ein Riesenwurf für uns. 100.000 Euro beträgt hier das Investitionsvolumen für den Neubau. Rund 25.000 Euro müssen zusätzlich über die Güterwegerhaltung aufgewendet werden.

Das Teilstück des Ybbstalradwegs von Gstadt bis Opponitz soll noch heuer fertiggestellt werden. Wie realistisch ist das?
Lueger: Im Oktober soll asphaltiert werden, das ist der Plan. Ich hoffe, dass das gelingt.

Wie schaut es mit dem Bahnhof Opponitz aus? Die Gemeinde möchte diesen ja kaufen.
Lueger: Da ist alles noch offen. Die Gemeinde hat Interesse am Bahnhof und an Restflächen der ÖBB im Gemeindegebiet. Wir sind da auch in Kontakt mit der NÖVOG. Sobald wir einen Fixpreis haben, werden wir in Abstimmung mit dem Land schauen, ob wir uns das leisten können. Das sollte noch heuer über die Bühne gehen.

Ein Konzept über die mögliche Nachnutzung des Bahnhofs gibt es bereits. Wie sieht dieses aus?
Lueger: Grundsätzlich wird versucht, den Bahnhof im Zuge des Radwegs zu nutzen. So lange wir aber noch nicht Besitzer sind, kann ich da noch nicht mehr dazu sagen. Angedacht ist, dass der Radweg beim Bahnhof baulich an die bestehende Siedlungsstraße angelehnt wird, und die Siedlungsstraße in Richtung des Gasthauses Bruckwirt-Tazreiter entlang des Radwegs durchgezogen wird. 

Wie hat man seitens der Gemeinde vor, den Radweg – abseits des Bahnhofs – touristisch zu nutzen?
Lueger: Wichtig ist, die Anbindungen an den Ybbstalradweg in der Bewerbung mitzudenken. Was die Wirte betrifft, so gibt es über Mostviertel-Tourismus Bewerbungsmöglichkeiten. Was ich mir wünsche, ist, dass Bevölkerung und Betriebe nicht glauben, nur die Gemeinde sei gefordert, sich Gedanken um das Drumherum zu machen. Es wäre schön, wenn auch Privatpersonen nicht auf den Zug, sondern auf den Radweg aufspringen.

Wird es im Gemeindegebiet auch Rastplätze mit dem Eisenstraße-Mobiliar geben?
Lueger: Die Plätze haben wir schon definiert. Sie sollen im Frühjahr umgesetzt werden. Wo sich diese befinden, möchte ich aber noch nicht verraten. Was ich verraten kann, ist, dass wir in Seeburg die Möglichkeit haben, auf NÖVOG-Grund eine Parkfläche für 20 bis 30 Pkw für die Ybbsbadegäste zu errichten. Das führt zu einer Verbesserung der Situation, da es hier im Sommer immer Parkplatzprobleme gibt.

Möchte man da dann Parkgebühren einheben?
Lueger: Nein, das ist für den Altstoffsammelzentrumsplatz vorgesehen, aber erst mittelfristig.


Der Radweg ist derzeit also ein Riesenprojekt. Hat man weitere große Projekte am Start?
Lueger: Der Radweg zieht sich bis ins nächste Jahr rein. Nachdem er umgesetzt ist, muss man dann schauen, wie es der Gemeinde finanziell geht. Aber es gibt natürlich weitere wichtige Projekte. Das eine ist das Wildbachprojekt im Dorf, um sich gegen ein etwaiges Hochwasser abzusichern. Das andere ist die Volksschule, wo die Bausubstanz in die Jahre gekommen ist.

Wie sieht es mit der Schaffung von Bauland im Ortszentrum aus?

Hier gab es in der Vergangenheit Überlegungen bezüglich eines Grundstücks.
Lueger: Ein derartiges Projekt hängt von der Umsetzung des zuvor erwähnten Wildbachprojekts ab. Erst wenn dieses umgesetzt ist, kann man das in Angriff nehmen. Aber natürlich wäre das für uns enorm wichtig. Die Nachfrage nach Bauland ist da. Wir werden auch alle Möglichkeiten nutzen, um einer Abwanderung entgegenzuwirken. Leider haben wir viel weniger ebene Flächen als andere Gemeinden.

Wie ist zur Zeit die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen in der Gemeinde?
Lueger: Obwohl wir eine große Mehrheit im Gemeinderat haben, ist es mir wichtig, die Dinge miteinander umzusetzen und Informationen eins zu eins weiterzugeben. Ich bin in gutem Einvernehmen mit den zwei anderen Fraktionen und hoffe, dass das auch in Zukunft so bleibt. Die Situation ist nicht einfach, weil die Finanzen begrenzt sind und Investitionen nur in Abstimmung mit dem Land NÖ möglich sind. Da ist der Zugang von meiner Seite zwar ein sehr guter, aber ein Wunschkonzert gibt es natürlich auch nicht.