Erstellt am 31. März 2016, 06:34

von Andreas Kössl

Opponitzer E-Mail-Terror: Opfer fordern Klärung. Noch keine Lösung in Opponitzer Stalking-Fall. Neben Familien und Gemeinde auch Ärztin und Firma bedroht.

Der Absender der Drohmails ist noch unbekannt - seit zwei Jahren.  |  NOEN, Shutterstock/Frank Peters

Seit fast zwei Jahren schon sind zwei Opponitzer Familien nun Opfer eines hartnäckigen Stalkers. In regelmäßiger Folge bekommen sie E-Mails mit obszönen Beschimpfungen, aber auch handfesten Morddrohungen. Hunderte derartige Nachrichten gingen in den E-Mail-Postfächern der beiden Familien bis dato ein.

Drohmails gingen unvermindert weiter

Wie die NÖN berichtete, vermuten die betroffenen Familien, dass es sich bei dem Täter um jemanden aus der unmittelbaren Umgebung handelt, da in den E-Mails auf Vorgänge eingegangen wird, die nur jemandem bekannt sein können, der sich vor Ort befindet. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf, die Drohmails gingen indes jedoch unvermindert weiter. Nach einer Morddrohung am Weihnachtstag weitete sich die E-Mail-Flut im Ort aus. Immer mehr Personen erhielten Drohmails, auch die Gemeinde Opponitz und die Gemeindeärztin waren mehrmals Adressaten derartiger Mails.

Vor etwa vier Wochen fand sich sogar beim Arbeitgeber von einem der betroffenen Familienväter eine Mail im Firmenpostfach. Darin wurde der Opponitzer übelst beschimpft und sogar wüste Drohungen gegen das gesamte Unternehmen ausgestoßen. Obwohl der E-Mail-Terror zuletzt Pause machte, sind die Opfer verständlicherweise mit den Nerven am Ende. Sie fordern eine lückenlose Aufklärung.

Bis dato noch kein Täter ausfindig gemacht

Dass bis dato noch immer kein Täter ausfindig gemacht werden konnte, können sie nicht verstehen. Die Landespolizeidirektion NÖ wollte sich auf Anfrage der NÖN zu dem Fall nicht äußern. Die Pressearbeit behalte sich die Staatsanwaltschaft St. Pölten vor, hieß es. Doch auch diese wollte zum Ermittlungsstand „im jetzigen Stadium“ keine Auskunft geben.

„Das Problem ist, dass das mittlerweile schon so lange so geht“, sagt der Opponitzer Bürgermeister Johann Lueger. „Dass das für die Leute vor Ort wenig zufriedenstellend ist, verstehe ich.“ Einen Endbericht erwartet der Ortschef in den nächsten Wochen.