Erstellt am 26. März 2016, 05:24

von Hubert Bauernhauser

Perfekter Klangraumstart. Festival / Mit Liedern von Franz Schubert, Richard Strauss, Hugo Wolf, Franz Liszt und Franz Lehar begeisterte Mezzosopranistin Dorottya Láng, begleitet durch Helmut Deutsch.

Die ungarische Mezzosopranistin Dorottya Láng gestaltete am Sonntag gemeinsam mit dem Pianisten Helmut Deutsch einen unvergesslichen Liederabend im Kristallsaal.  |  NOEN, Foto: Leo Lugmayr

Mit einem wunderbaren Liederabend wurde im Kristallsaal des Rothschildschlosses das Festival Klangraum eröffnet. Unter dem Motto „Das Rosenband“ gestaltete die ungarische Mezzosopranistin Dorottya Láng ein Liederprogramm vorwiegend romantischer Komponisten.

Sie zog dabei alle Register ihres Könnens. Musik, Text und Interpretation gingen dabei eine innige Verbindung ein. In ihrer Interpretation paarte sich eine makellose Stimmkultur mit kunstvoller Gestaltung. Ein prachtvolles Timbre und eine unglaubliche Bandbreite an Ausdrucksnuancen zählen zu ihren Vorzügen. Bei jedem Lied konnte sich der Goldton ihres Prachtorgans mit Leidenschaft und Überzeugung entfalten.
 



Ein Liederabend steht und fällt mit den Qualitäten des Pianisten. Hier stand mit Helmut Deutsch ein Ausnahmekünstler zur Verfügung, der zu den gefragtesten Liedbegleitern der Welt zählt. Láng durfte sich glücklich schätzen, diesen feinsinnigen Mitgestalter an ihrer Seite zu haben. Einfühlsam baute er zusammen mit ihr ausdrucksvolle Stimmungsbilder auf, weiß, worauf es beim Liedgesang ankommt. Führende und dienende Rolle setzte er je nach Partiturvorlagen mit nobler Anschlagskultur und natürlichem Gefühl für plastische Steigerungen ein.

Paradestück für beide Interpreten

Am Beginn stand ein Block von Schubert-Liedern, die sie mit Intimität und ganzer Hingabe von innen her zum Glühen und Blühen brachten. Hier bestachen sie durch nuancierte Vortragskunst und herrlichen Gleichklang in der Auffassung.

Mit Hugo Wolfs „Mignon-Liedern“ wurde deren Stimmungsvielfalt in allen Szenen Rechnung getragen. Dass es Richard Strauss beim Liederschreiben ein inneres Bedürfnis war, Klavier und Stimme in einen kongenialen Zusammenklang zu bringen, war jedem Stück spürbar. Selten hört man Franz Liszt als Liederschöpfer. Die Lebenskraft und Lebensfreude der gebrachten Lieder wie „Über allen Gipfeln ist Ruh’“ waren Demonstrationsbeispiele beglückenden Singens.

Vor allem aber war „Das Rosenband“, ein Klopstock-Gedicht und zugleich das Programmmotto, nicht nur ein Meisterwerk des Komponisten, sondern auch ein Paradestück für die beiden Interpreten.
Mit Lehar-Evergreens fand das Konzert einen beschwingten Ausklang und löste tosenden Beifall aus.