Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 06. Juli 2016, 04:14

von Andreas Kössl

Start für Breitbandausbau. 800 Haushalte im Bereich Höhenstraße, Patertal und Rabenberg sollen die Möglichkeit zum Anschluss an schnelles, leistungsfähiges Breitbandinternet erhalten.

 |  NOEN, Magistrat

Eine leistungsfähige Breitband-Infrastruktur flächendeckend für Haushalte, Unternehmen und Gemeinden anzubieten, hat sich das Land NÖ zum Ziel gesetzt. Damit möchte man die regionale Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft stärken, neue Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen schaffen, Standortverlagerungen der Wirtschaft verhindern und Auslandsinvestitionen ermöglichen.

Bis 2030 sollen alle Haushalte einen Glasfaseranschluss haben. Zur Umsetzung dieses ehrgeizigen Ziels wurde die NÖGIG, die Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft mbH ins Leben gerufen. Diese soll sich darum kümmern, in jenen Gebieten des Landes, in denen die Breitbandversorgung von privaten Unternehmen nicht gewährleistet werden kann, das sogenannte „Niederösterreichische Modell“ umzusetzen.

Stadt Waidhofen als Pilotgemeinde

Nach diesem Modell wird die Infrastruktur von der öffentlichen Hand errichtet und an einen neutralen Netzbetreiber verpachtet. Eine von vier Pilotregionen, in denen dieses „Niederösterreichische Modell“ erprobt werden soll, ist das Ybbstal. Die Stadt Waidhofen fungiert als Pilotgemeinde.

Um als Pilotgemeinde für dieses Projekt überhaupt in Frage zu kommen, hat die Stadt den Bereich Höhenstraße, Patertal, Rabenberg als Ausbaugebiet definiert, da dieses Stadtgebiet das einzige ist, das allen vom Land vorgegebenen Kriterien entspricht.

Damit könnte in Zukunft, sobald in diesem Bereich wieder Straßenarbeiten durchgeführt werden, eine Verrohrung mit Glasfaserkabel bis zu den einzelnen Haushalten gleich mitverlegt werden. „Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, dieses Projekt nach Waidhofen zu bringen“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. „Das ist das beste Beispiel für eine gelungene Partnerschaft zwischen unserer Stadt und dem Land.“

40 % der Haushalte müssen zustimmen

Voraussetzung zur Umsetzung dieses Projekts ist die Erstellung einer Übersicht zur passiven In-frastruktur sowie zu den verfügbaren und geplanten überregionalen Anbindungen durch die NÖGIG. Zu diesem Zweck beschloss der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung einstimmig die Überlassung von Geodatennutzungsrechten an die NÖGIG, die somit mit der Planung des Glasfaserstrukturnetzes beginnen kann.

Seitens der Stadt gilt es nun, noch über den Sommer letzte Details mit der NÖGIG zu klären. Ab Herbst soll im Pilotgebiet dann eine Informationskampagne für die Bewohner starten. Dabei soll eruiert werden, wie groß das Interesse an einem Breitbandanschluss bei den einzelnen Haushalten ist. Damit das Projekt nämlich tatsächlich realisiert wird, müssen 40 Prozent der Haushalte zustimmen, sich an das Breitbandinternet anschließen zu lassen.