Erstellt am 07. April 2016, 11:14

von Leo Lugmayr

Publikation: "So schmeckt die Welt“. Claudia Prieler hat ein Rezeptbuch, in dem Haubenköchinnen Rezepte ausautonomen Frauenhäusern nachkochen, zum Tag der Frau mit Bildern verfeinert. Ein Genuss.

Grafikerin Elisabeth Waidhofer, Fotografin Claudia Prieler, Buchverlagschefin Ilse Helmreich, Geschäftsführerin der Frauenhäuser Maria Rösslhumer und Buchherausgeberin sowie Moderatorin Eva Rossmann (v.l.) stellten ihr Buch im Wiener Club 44 vor.  |  NOEN, DI Dr. Andreas Haunold

Das Buch ist ein Augenschmaus, die Rezepte lassen kulinarischen Genuss erahnen. Aber dass Bücher, die die aus Waidhofen stammende Fotografin Claudia Prieler gestaltet, stets etwas Besonderes an sich haben, weiß man bereits von Publikationen wie „Tanz: Spiralen des Lebens“, ein Werk, das sie mit Dorothea Nürnberg geschaffen hat.

Von hoher Kunst zeugt nicht nur die Art, in der sie wie keine andere Fotografin etwa die kühle Tangoektase einzufangen weiß oder zeitlose CD-Covers wie jenes zu Georg Weidingers Klavierfantasie „Quiet Nights“ gestaltet. Auch Prominente wie Carl Djerassi, Susi Nicoletti, H. C. Artmann, Angelika Kirchschlager und Erich Schleyer haben sich dem fotografischen Auge Prielers anvertraut.

Großer Wurf gelungen

Nun ist Prieler gemeinsam mit Maria Rösslhumer erneut ein großer Wurf gelungen. Auf Initiative der autonomen österreichischen Frauenhäuser ist ein besonderes Kochbuch entstanden, das auf lustvolle Art und Weise ein ernstes Thema mit dem Genuss des guten Essens verbindet. Beliebte Rezepte aus den verschiedensten Ländern – von den Frauenhausbewohnerinnen zur Verfügung gestellt – wurden von prominenten Meisterköchen nachgekocht und genießerisch mit ihrer jeweils ganz individuellen Note versehen.

Mit diesem Kochbuch wird die kraftvolle, lebensbejahende Funktion des guten Essens hervorgehoben. Frauen, die in Frauenhäusern leben, haben meist eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Das Frauenhaus gibt den Frauen erst einmal physischen Schutz, ein Dach über dem Kopf und ein Umfeld, in dem sie zur Ruhe kommen können. Darüber hinaus ist das Frauenhaus ein Ort, an dem sich von Gewalt betroffene Frauen wieder auf sich selbst und ihre Ressourcen besinnen und Kraft finden können. Gemeinsame Aktivitäten wie Kochen können dabei helfen.

Zahlreiche Köche

Köche wie Eva Rossmann und Manfred Buchinger, Lisl Wagner-Bacher, Sarah Wiener, Stefanie Herkner, Annik Wecker, Rupert Schnait, Jacquline Pfeiffer, Raffaele de Sieno, Harald Pollak und Tom Frötsch haben für dieses Buch gekocht und die Fotokünstlerin Claudia Prieler hat sie mit ihrer Kamera dabei begleitet. „Ich sehe die Fotografie als ein Medium, das versucht, den Augenblick festzuhalten und die Erinnerung an den Augenblick zu verewigen – jenen Augenblick der Magie, der es uns möglich macht, immer wieder zu fliegen, immer wieder, bis hinein in die Ewigkeit.“

Im Wiener Club 44 wurde das Buch rechtzeitig zum Internationalen Frauentag vorgestellt vor Gästen wie Staatsoperndirektor Dominique Meyer, Bariton Clemens Unterreiner oder Opernstar Malin Hartelius.

Ein Buch, das von der Idee, den Köchen und den unvergleichlichen Bildern lebt.