Erstellt am 23. Februar 2016, 04:29

von Daniela Führer

Rittern um Amt des Stellvertreters im Bezirk. Bezirks-, Abschnitts- und Unterabschnittskommanden werden neu gewählt. Drei Kandidaten stellen sich Wahl als Bezirkskommandantstellvertreter.

Wer die Treppe bis fast ganz oben im Bezirkskommando erklimmt, zeigt sich am kommenden Samstag bei der Wahl. Mindestens drei Kandidaten rittern um das Amt des Bezirkskommandantstellvertreters. Foto: www.BilderBox.com  |  NOEN, BilderBox.com
Diesen Samstag wählen 176 Feuerwehrfunktionäre im Bezirk ihre Bezirks-, Abschnitts- und Unterabschnittskommanden. Und diese Wahlen versprechen Spannung, werden doch ein neuer Bezirksfeuerwehrkommandant gewählt und in der Folge hochrangige Feuerwehrämter neu bekleidet.

Katzengruber lässt sich auf keine Spekulationen ein

Klar dürfte die Wahl des neuen Bezirkskommandanten ausfallen. Bezirkskommandantstellvertreter Rudolf Katzengruber ist laut Insidern als Nachfolger des scheidenden Bezirkskommandanten Armin Blutsch unumstritten.

Er selbst möchte sich im Vorfeld aber auf keine Spekulationen einlassen: „Ob ich gewählt werde, entscheiden die Wahlberechtigten. Es kann sich immer noch jemand dafür aufstellen lassen, jeder hat das Recht dazu.“ Aktuell ist aber kein weiterer Kandidat bekannt.

Spannender wird es bei der Wahl des neuen Bezirkskommandantstellvertreters, denn es bewerben sich mindestens drei Kandidaten für dieses Amt: Josef Fuchsberger, Andreas Dattinger und Herbert Harmoser.

„Wer mich kennt, wird mir den von mir
nicht herausgeforderten Ablauf glauben“
Andreas Dattinger über seine Wahl

Lange als klarer Stellvertreter-Nachfolger und Wunschkandidat des Bezirkskommandos gehandelt, ereilte Andreas Dattinger, Kommandantstellvertreter der FF Amstetten, am 21. Jänner eine für ihn unerwartete Wahlniederlage bei der Kommandoneuwahl seiner Heimfeuerwehr: Da der Kommandant der FF Amstetten Armin Blutsch nicht mehr als Bezirkskommandant kandidiert, wurde nur noch ein Stellvertreter für die städtische Feuerwehr gewählt.

Neben Dattinger, bislang erster Stellvertreter, kandidierte aber auch der zweite Stellvertreter Helmut Schoder – und Schoder gewann. „Daher war ich plötzlich nicht mehr als Bezirkskommandant-Stellvertreter wählbar“, erklärt Andreas Dattinger gegenüber der NÖN.

Daraufhin wurde vonseiten des Bezirkskommandos ein neuer Kandidat als Bezirkskommandantstellvertreter gesucht und gefunden: Josef Fuchsberger, Haags Abschnittsfeuerwehrkommandant, sagte zu, für diese Position zu kandidieren.

Doch binnen weniger Tage entwickelten sich die Dinge auch wieder bei Andreas Dattinger in eine völlig neue Richtung. Er wollte auf Bitte seiner Frau, Kommandantin der Betriebsfeuerwehr MBA-Polymers, dort in der Ausbildung mithelfen.

Überraschend zum Stellvertreter gewählt

„Ich schlug dann vor, um aktiv tätig sein zu können, Mitglied der Betriebsfeuerwehr zu werden“, sagt Dattinger. Kurzerhand wurde der Amstettner bei der Betriebsfeuerwehr – ohne sein Zutun, versichert er – vom amtierenden Stellvertreter, Michael Kinast, auch gleich als neuer Kommandantstellvertreter bei der Wahl am 27. Jänner vorgeschlagen.

„Michael selbst nahm seinen Wahlvorschlag nicht mehr an“, erklärt Dattinger. Und so kam es, dass er binnen einer Woche als Stellvertreter der FF Amstetten abgewählt und in der Betriebsfeuerwehr MBA-Polymers als neuer Stellvertreter hinein gewählt wurde. Damit stand ihm auch eine Kandidatur als Bezirkskommandantstellvertreter plötzlich wieder offen.

Diese Wende wurde aber von einigen Kameraden nicht wohlwollend aufgenommen. „Es gibt wilde Gerüchte: Ich bekäme Geld von der Betriebsfeuerwehr. Ich hätte das so getrickst, um ja zur Wahl als Bezirksfeuerwehrkommandant antreten zu können“, weiß Dattinger.

Dattinger schrieb Brief an die FF-Funktionäre

Das veranlasste ihn, einen Brief an die FF-Funktionäre im Bezirk zu schicken: „Wer mich kennt, wird mir den von mir nicht herausgeforderten Ablauf glauben“, schreibt er und fordert seine Kameraden auf, ihm ehrlich zu sagen, ob er oder Kamerad Josef Fuchsberger   die bessere Wahl sei.

Josef Fuchsberger kandidiert trotz dieser auch für ihn unvorhergesehenen Wendung weiter als offizieller Kandidat des Bezirkskommandos. „Ich habe es den Bezirks- und Abschnittskommanden zugesichert und dazu stehe ich auch“, erklärt Fuchsberger.

Er und Dattinger seien „gute Kameraden. Ich denke, Andreas möchte einfach abwägen, ob es noch Sinn macht, dass er zur Wahl als Bezirkskommandantstellvertreter antritt“, erklärt sich Fuchsberger das Schreiben von Dattinger.

Er blickt der Wahl wertneutral entgegen: „Ich kann mit dem und dem Ergebnis leben. Realistisch gesehen schätze ich meine Chancen gegenüber meinen Mitbewerbern aber am besten ein, da ich die erste Wahl des amtierenden Bezirkskommandos bin.“

Sollte Fuchsberger zum Bezirksfeuerwehrkommandantstellvertreter gewählt werden, könnte er das Amt des Abschnittskommandanten aber nicht mehr ausüben.

„Muss sich noch in die Augen schauen können“

Für seine Position würde Josef Hirtenlehner (der Kommandant der FF Behamberg) kandidieren, als sein Stellvertreter wiederum Peter Spanyar, Kommandant der FF St. Valentin.

Auch Herbert Harmoser, Kommandant der FF Zeillern, bestätigt gegenüber der NÖN seine Kandidatur als Bezirkskommandantstellvertreter. „Wenn mich die Mehrheit will, dann mache ich es“, erklärt er.

Wichtig ist ihm, dass es kein böses Blut gibt: „Es dreht sich alles um Kameradschaft. Egal, wie die Wahl ausgeht, man muss sich danach noch in die Augen schauen können.“ Und: „Es muss alles ehrlich ablaufen. Bei der Feuerwehr darf es nicht sein wie in der Politik.“


 

Die FF-Wahl

Beim Bezirksfeuerwehrtag in Amstetten am Samstag, 27. Februar, finden die Feuerwehrwahlen auf Bezirks-, Abschnitts- und Unter-abschnittsebene statt.

176 Feuerwehrfunktionäre (alle Kommandanten und ihre Stellvertreter) wählen die FF-Kommanden für die nächsten fünf Jahre.