Erstellt am 10. November 2015, 04:52

von Doris Schleifer-Höderl

Sabine Offenberger: Auf den Hund gekommen. Bereits seit ihrer Kindheit begleiten Sabine Offenberger Hunde. Seit März diesen Jahres ist die ausgebildete Hundetrainerin auch Obfrau des Tierschutzvereins Ybbstal.

Sabine Offenberger  |  NOEN, NÖN

„Ich war acht Jahre alt, als ich meinen ersten Hund bekommen habe“, berichtet Sabine Offenberger der NÖN. „Das war der Königspudel-Mischling Rolfi.“ Mittlerweile leben im Hause Offenberger sieben eigene Hunde sowie drei Gasthunde und sieben Katzen, die ebenfalls einst von der engagierten Tierschützerin auf Zeit aufgenommen wurden, aber letztendlich geblieben sind.

Die Mutter von drei Kindern hat eben ein großes Herz für Vierbeiner. „Einst waren Hunde meine Spielkameraden und Seelentröster, doch vor knapp einem Jahrzehnt haben sie meinem Leben eine entscheidende Wende gegeben. Ursprünglich habe ich Verkäuferin und Friseurin gelernt und mich nach der Geburt meiner Kinder ganz auf die Familie konzentriert. Doch dann machte ich die Matura nach, begann ich mich im Tierschutz zu engagieren und traf auf Hunde, die keiner mehr wollte. Das konnte ich einfach nicht akzeptieren. Ich wollte zeigen, dass es Menschen gibt, die die Bedürfnisse der Tiere wahrnehmen und ihnen ein artgerechtes Leben ermöglichen.“

"Aufgeben war nie eine Option"

So begann Sabine Offenberger, die Tiere bei sich aufzunehmen. Ihr „Stammrudel“ ist mittlerweile sieben Hunde stark und Bruno, Nemo, Nerva, Max, Lola, Käthe und Lotte sind somit vollwertige Familienmitglieder. „Jeder Hund war natürlich eine Herausforderung, geprägt von Vernachlässigung, Überforderung oder noch schlimmer – von Misshandlung. Manchmal war ich am verzweifeln, aber Aufgeben war nie eine Option. Egal wie verängstigt, aggressiv oder unerträglich das Tier war, ich wusste, dass ich eine Lösung finden würde.“

Schließlich begann Sabine Offenberger das Verhalten ihrer geliebten Tiere zu studieren und verschiedenste Ausbildungen in Österreich, Deutschland und Amerika zu absolvieren. „Kein Hundecoach war mehr vor mir sicher, jeder einzelne bereicherte mich mit seinen Zugängen zum Verhalten der Tiere. Ich guckte mir von jedem etwas ab und wandte es im täglichen Umgang mit meinen Hunden an. Doch mein wichtigster Lehrmeister war und ist mein siebenköpfiges Rudel daheim.“

Training und Beratung

Als Hundetrainerin bietet Offenberger Hausbesuche sowie Hundetrainings vor Ort an, berät vorm Hundekauf, führt Übungsspaziergänge und Praxistrainings durch und organisiert Hundewanderungen.

Als Neo-Obfrau des Tierschutzvereins Ybbstal kämpft sie darum, Tiere nicht länger als bloße Sache anzusehen. „Leider sind sie das aber vom Gesetz her noch immer. Da muss sich dringend etwas ändern. Denn ein anerkanntes Lebewesen behandelt man garantiert anders als eine Sache.“

Zudem ist Sabine Offenberger Verfechterin eines allgemeinen Hundeführerscheins. „Für alles muss man heute eine Ausbildung machen und Referenzen vorweisen können, für das Halten von Hunden aber nicht. Fakt ist, dass eben nicht zu jedem Menschen jeder Hund passt und es eine große Verantwortung ist, einen Hund zu halten.“

„Fakt ist, dass eben nicht zu
jedem Menschen jeder Hund passt“

Immer öfter komme es vor, dass Hunde bei Scheidungen, Todesfällen oder weil sie eben nach dem Welpenalter doch nicht den Vorstellungen der Besitzer entsprechen, abgeschoben werden. Erste Anlaufstelle sei hier der Tierschutzverein. „Alle Mitglieder und ich helfen gerne. Doch da wir ehrenamtlich tätig sind, stoßen auch wir an unsere Kapazitäten.“

Deshalb möchte Offenberger nun eine Plattform ins Leben rufen, wo sich Hunde- sowie Katzenbesitzer und Tierfreunde kurzschließen, wenn etwa zeitliche oder finanzielle Probleme bei der Haltung auftreten. „Schon jetzt vergeben wir Pflegehunde- und –katzen auf bestimmte Zeit an Personen, die selber keine Haustiere haben, sich aber womöglich demnächst ein Tier in die Familie holen oder einfach nur helfen möchten. Die Kosten für das Pflegetier übernehmen wir als Tierschutzverein. Wir wollen damit mehr Verständnis für Tierhaltung erreichen.“

Momentan ist die Tierschutzvereinsobfrau außerdem mit dem Land NÖ sowie dem Magistrat Waidhofen im Gespräch, damit ein Tierasyl in der Region errichtet werden kann. Eine Realisierung wäre bereits im kommenden Jahr möglich. „Es gibt viel zu tun. Aber ich denke, gemeinsam werden wir es schaffen, den Tieren jenen Stellenwert zukommen zu lassen, den sie sich als unsere vierbeinigen Kameraden verdienen.“

Informationen

Sabine Offenberger, Tierschutzverein Ybbstal:0660/ 8186180, www.tsv-ybbstal.at .