Sonntagberg

Erstellt am 05. April 2017, 02:40

von Andreas Kössl

380.000 Euro für Sonntagberg. Sanierung der Westfassade abgeschlossen. Süd- und Ostfassade folgen. 1,1 Mio. Euro investiert.

Die Basilika Sonntagberg wird derzeit generalsaniert. Neben der umfassenden Renovierung der Basilika innen und außen werden auch zahlreiche kunsthistorische Schätze in Kirche und Schatzkammer sowie der Türkenbrunnen am Sonntagberg restauriert. 2015 haben die Arbeiten begonnen, bis 2024 sollen sie abgeschlossen sein. Rund 4,5 Mio. Euro sollen in Summe investiert werden.

Im ersten Bauabschnitt wurden das Dach erneuert, das Mauerwerk im Inneren trockengelegt sowie die Votivgaben und Kunstschätze der Schatzkammer renoviert. Im vergangenen Mai wurde die Schatzkammer dann für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Danach nahm man die Renovierung der Außenfassade in Angriff. Diese ist auf drei Jahre angesetzt. Der erste Teil, die Renovierung der Westfassade mit den beiden Türmen, konnte nun abgeschlossen werden.

Begleitet wird die Generalrenovierung der Dreifaltigkeitskirche von einem Kuratorium unter der Leitung von Landeshauptmann Erwin Pröll und Diözesanbischof Klaus Küng. Neben dem Land NÖ und der Diözese St. Pölten sind in diesem Kuratorium auch das Bundeskanzleramt, das Bundesdenkmalamt, die Pfarre und die Gemeinde Sonntagberg sowie das Stift Seitenstetten vertreten.

Bisher wurden 1,1 Mio. Euro investiert

Aufgabe des Kuratoriums ist es, Fachkenntnisse in das Projekt einzubringen, über die Restaurierungsarbeiten zu wachen und deren Finanzierung zu beschließen. Am Freitag der Vorwoche trat das Kuratorium zum bereits dritten Mal zusammen. Danach wurde vor versammelter Presse wieder Zwischenbilanz gezogen und die Vorhaben in der nächsten Restaurierungsetappe wurden genannt.

So sollen heuer die Süd- und ein Teil der Ostfassade in Angriff genommen worden, kündigte Landeshauptmann Pröll an. 380.000 Euro wurden dafür vom Kuratorium beschlossen. 1,1 Mio. Euro wurden bislang in das Großprojekt investiert.

Die Hauptlast bei der Finanzierung trägt das Stift Seitenstetten mit 35 Prozent, 20 Prozent übernimmt das Land NÖ, 13,5 Prozent die Diözese St. Pölten, 15 Prozent der Bund und 16,5 Prozent der Verein Basilika Sonntagberg.

Gutes Erbe der nächsten Generation übergeben

Mit seinen Investitionen in die Denkmalpflege unterstütze das Land NÖ zum einen die Wirtschaft, erfülle aber zum anderen auch einen wesentlichen kulturhistorischen Auftrag, so der Landeshauptmann. „Wir tun das sehr gerne, schließlich geht es dabei nicht nur darum, unseren Vorfahren gerecht zu werden, sondern auch unseren Nachfolgern ein gutes Erbe zu überantworten.“

Der Sonntagberg sei ein wesentliches Denkmal des christlichen Glaubens, so Pröll weiter. „Wir sind nun einmal ein christliches Land und es liegt mir sehr am Herzen, dass wir auch in Zukunft ein christliches Land bleiben.“

Für den Landeshauptmann war die Kuratoriumssitzung am Freitag seine letzte. Er legte seinen Vorsitz zurück, den wohl seine Nachfolgerin Johanna Mikl-Leitner übernehmen wird.

„Heiligtum mit besonderer Anziehungskraft“

Von einem „Heiligtum mit besonderer Anziehungskraft“ sprach Diözesanbischof Klaus Küng und betonte die Sonderstellung der Basilika Sonntagberg als der dreieinigen Gottheit und damit dem Kern des religiösen Bekenntnisses gewidmeten Wallfahrtskirche.

Durch die bisherigen Maßnahmen habe man den Sonntagberg sowohl baulich als auch geistig wetterfest gemacht, meinte der Abt des Stifts Seitenstetten Petrus Pilsinger. Ersteres sei eine Sicherheitsfrage gewesen, zweiteres eine Notwendigkeit, um Fanatismus und Engstirnigkeit einen katholischen Weitblick entgegenzusetzen.

Der Sonntagberg sei ein geistliches und geistiges Zentrum der Region mit Ausstrahlung, so Innenminister Wolfgang Sobotka, der dem Verein Basilika Sonntagberg als Obmann vorsteht. Er berichtete von zahlreichen Spenden, die im Jahr 2016 für die Basilika lukriert werden konnten.

Nächstes Highlight am Sonntagberg ist eine Motorradwallfahrt am 7. Mai , zu der sich bereits über 400 Biker angemeldet haben. Am 11. Juni wird dann am Dreifaltigkeitssonntag die Kapelle „Tor zum Sonntagberg“ eingeweiht. Auch das mittlerweile schon traditionelle NÖN-Benefizkonzert zu Jahresende ist wieder angedacht.