Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:03

von Andreas Kössl

Schatzödgründe gesichert. Waidhofner Mandatare setzten Startschuss für Aufschließung von neuem Bauland in Konradsheim. Oppositionskritik an Tauschgeschäft Schnabelberg gegen Schatzöd.

WVP, SPÖ und der Großteil der UWG stimmte der Grundsteinlegung für die Aufschließung der Schatzödgründe im Gemeinderat zu.  |  NOEN, Kössl

Zwei Beschlüsse zur Umsetzung der Aufschließung der Schatzödgründe in Konradsheim standen am Montag auf der Tagesordnung des Waidhofner Gemeinderates. 36 Bauparzellen sollen hier insgesamt entstehen, 13 in einer ersten Tranche. Sieben Vorverträge wurden bereits abgeschlossen.

Schon im Budgetvoranschlag für das heurige Jahr war die Aufschließung der Schatzöd vorgesehen. Das Projekt wurde jedoch geschoben und findet sich nun im Voranschlag für 2016 wieder.

Abfalter: "Es wird zuviel zubetoniert"

Keine Zustimmung gab es von der Liste FUFU. „Ich glaube nicht, dass wir durch diese Aufschließung mehr Zuzug haben, wir haben vielleicht keine Abwanderung“, so FUFU-Gemeinderat Martin Dowalil. Außerdem gebe es keine öffentliche Verkehrsanbindung, keine Infrastruktur und seien die Gründe mit 59 Euro pro Quadratmeter im Vergleich mit den Umlandgemeinden zu teuer. Besonders stößt Dowalil aber ein Grundtausch auf, der die Realisierung des Projekts erst ermöglicht. „Wir geben ein Viertel vom Schnabelberg her“, so Dowalil.

Auch die SPÖ stößt sich an dem Tauschgeschäft, obwohl es positiv sei, dass man Grundstücke für junge Menschen schaffe. Aus diesem Zwiespalt heraus stimmte die SPÖ bei einem der beiden Tagesordnungspunkte zu, beim anderen dagegen.

Ablehnung kam auch von den Grünen. „In Waidhofen wird so viel zubetoniert wie in fast keiner anderen Gemeinde“, kritisierte Grün-Mandatar Erich Abfalter. FPÖ-Gemeinderat Karl-Heinz Knoll sieht in der Aufschließung der Schatzöd die Zersiedelung gefördert und stimmte ebenfalls dagegen.

Geteilte Meinung bei der UWG

Geteilte Meinung herrscht bei der UWG zu dem Vorhaben. UWG-Mandatar Siegfried Nykodem lehnt den Grundtausch ebenfalls ab und stimmte dagegen. UWG-Gemeinderat Markus Leitner stimmte zwar zu, gab aber zu bedenken, dass man mit einem Preis von 59 Euro pro m2 den Grundstückspreis in Waidhofen generell nach oben treibe.

Der Grundtausch sei die einzige Möglichkeit gewesen, an die Gründe zu kommen, stellte WVP-Vizebürgermeister Mario Wührer klar. Gegen den Vorwurf, dass alles zubetoniert werde, verwehrte er sich. „Wir haben vier blühende Dörfer in Waidhofen, die gut funktionieren. Viele suchen das“, sagte Wührer. „Wir haben uns im Rahmen der Standortentwicklung zu Wachstum bekannt. Dafür brauchen wir aber auch ein Angebot“, so Bürgermeister Werner Krammer (WVP).