Erstellt am 21. April 2017, 04:00

von Leo Lugmayr

Ein Käfig voller Narren. Die Volksbühne zeigt im Sommer eine Komödie aus dem Nachtclubmilieu. Regisseur Klaus Haberl nimmt die Bedürfnisse der Mimen ernst und verspricht viel Heiterkeit.

Christoph Hagen als Diener Jacob, Paul Konecny als Georges in einer Hauptrolle, Regieassistentin Julia Kettner, Max Bernreitner als Journalist Zorba und Regisseur Klaus Haberl (v.l.) bei den ersten Leseproben des Stücks, die zu Ostern anliefen.  |  Lugmayr

Die Reise in 80 Tagen um die Welt wurde im Vorjahr souverän abgeschlossen. Heuer begibt sich die Waidhofner Volksbühne mit der Boulevardkomödie „Ein Käfig voller Narren“ auf schlüpfriges Terrain.

Das Erfolgsstück, das unter dem Originaltitel „La Cage aux Folles“ 1973 von Jean Poiret erstmals aufgeführt wurde, verspricht schrägen Humor. Albin alias Zaza ist eine in die Jahre gekommene Dragqueen und die bessere Hälfte von Georges, dem Besitzer des glitzernd-schillernden Nachtclubs „La Cage aux Folles“ (französisch: „Ein Käfig voller Narren“) in Saint-Tropez.

Als sich Georges’ Sohn ankündigt, um seine Verlobte in die Familie einzuführen, ist Fantasie gefragt: Der Schwiegervater in spe ist nämlich ein erzkonservativer Politiker. Eine gut bürgerlich-biedere Fassade muss schnellstens her. Doch wie zaubert man eine „richtige Mutter“ aus dem Hut?

Klaus Haberl, der mit der Volksbühne schon Stücke wie „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ oder „Die unteren Zehntausend“ inszeniert hat, führt einmal mehr in Waidhofen Regie. Er hat das Stück für die Waidhofner Schauspieler adaptiert. Mit Paul Konecny, der seit 1968 dem Volksbühne-Ensemble angehört, hat er einen erfahrenen Schauspieler ausgewählt, der die fordernde Rolle des Georges übernimmt. „Er ist praktisch durchgehend auf der Bühne und Drehpunkt des Geschehens“, sagt Haberl. Gottfried Prinz ist dessen Lebenspartner, die Dragqueen Zaza. Er ist ein fast neues Gesicht der Volksbühne: Er debütierte im Vorjahr bei den Schlosshofspielen in mehreren Nebenrollen.

Zweistöckige Bühne plus Etage für Band

Lukas Lengauer übernimmt die Rolle von Georges’ Sohn Laurent. Mit Susanne Leonhartsberger, Othmar Pils, Jana Recinsky und Günther Königswenger bietet man weitere bekannte Namen auf. Insgesamt gibt das Stück ein Dutzend Rollen her, die vom konservativen Politiker bis zum ausgeflippten Travestie-Revuetänzer reichen.

„Wir haben dieses Stück seit Jahren in petto. Im Vorjahr hat es uns wegen der Teilnahme am Viertelfestival und dessen Thema Fliehkraft nicht ins Konzept gepasst“, so Volksbühne-Obmann Alexander Riess. Heuer erscheint es Riess als Kontrast zu Jules Vernes Weltreise recht passend.

Gespielt wird die klassische Theaterversion des Stücks, angereichert mit ein paar Liedern, die live und mit Band dargeboten werden. Ina Reuter, die sich im Vorjahr mit einem 360-Grad-Bühnenbild erstmals eingebracht hat, wird heuer wieder bei der Bühnentechnik mitwirken. „Es wird eine zweistöckige Bühne mit einer zusätzlichen Etage für die Band sein“, verrät Riess. Warum er selbst nicht auf der Bühne steht? „Wir möchten jungen Schauspielern eine Chance geben. Bei rund 80 Schauspielern im Verein kann man außerdem nicht jedes Jahr an die Reihe kommen.“

Schlosswirt Andreas Plappert wird wieder ein Theatermenü anbieten. „Das Stück passt gut in das Ambiente des Schlosshofs“, so Haberl. Wenn, ja wenn, das Wetter mitspielt. „Wir hoffen heuer stark auf einen schönen Juli“, sagt Riess. „Im Vorjahr mussten wir witterungsbedingt mehrere Aufführungen absagen. Aber unser Publikum ist treu und hat uns nicht im Stich gelassen.“