Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 13. Juli 2016, 05:57

von Leo Lugmayr

Volksbühne entführt auf Weltreise. Mit Pfiff und ausgeklügelter Technik inszeniert die Volksbühne „In 80 Tagen um die Welt“.

Dieser Abend zahlt sich jedenfalls aus: Wie die Waidhofner Volksbühne bei den Schlosshofspielen Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“, in einer Bearbeitung von Susanne Wolf und unter der Regie von Klaus Haberl, auf die Bühne bringt, ist sehenswert und auch äußerst kurzweilig.

Die Geschichte, in der der reiche englische Gentleman Phileas Fogg mit den Mitgliedern seines Londoner Clubs die gleichermaßen riskante wie hochdotierte Wette eingeht, den Globus in 80 Tagen zu umrunden, ist ja an sich schon voller Action und Überraschungen.

Mit intelligenten Bühnentricks, für die die deutsche Wahl-Wolfsbacherin Ina Reuter mitverantwortlich zeichnete, und einem Großaufgebot an neuen und jungen Schauspielern bewerkstelligt die Schauspieltruppe ein Bühnenspektakel – erstmals auf einer zentralen Arena-Bühne.

Almer als perfekter Scotland-Yard-Ermittler

Eine grandiose Leistung bietet das gesamte Ensemble. Dass Regisseur Klaus Haberl für die Hauptrollen die richtige Wahl getroffen hat, ist zweifellos Alexandra Wagner gibt die indische Prinzessin Aouda, die in der turbulenten Handlung vor dem Feuertod gerettet wird und das Herz des Phileas Fogg – und wohl auch die Herzen der Zuschauer – gewinnt. Wolfgang Kettner verkörpert Phileas Fogg galant und mit stets englischer Steifheit, wie es die Rolle verlangt. Christoph Marcik ist als dessen Diener Passepartout nicht nur eine Freude, sondern auch gelebte anglo-französische Zwiespältigkeit.

Mit Christian Almer hat man den perfekten Scotland-Yard-Ermittler Mr. Fix gefunden, der stets einen Schritt zu spät kommt. Heidelinde Wunderer und Fritz Rechberger sind als Mrs. und Mr. Fusselforth der gelungene Gegenpol zum kühlen Gentleman Fogg. Besondere Anerkennung gebührt den Nebendarstellern, die großteils in mehreren Rollen auf die Bühne kommen: Alexander Kettner, Jana Recinsky, Christoph Hagen, Gottfried Prinz, Lukas Lengauer, Markus Großbichler, Reinhard Asanger und Sandra Hüttenbrenner schlüpfen während des Schauspiels in bis zu sechs Kostümrollen und müssen nebenbei auch den Requisitenumbau auf der Bühne bewerkstelligen.

ybb28_lug_Volksbühne_80_Tage  |  noen, Leo Lugmayr

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Wie es gelang, dass die kleinsten Schauspieler als lästige indische Kinderschar so authentisch auf die Bühne kommen, ist eines der Geheimnisse von Regisseur Klaus Haberl, der gemeinsam mit seinem Assistenten Alexander Kettner und der Produktionsleiterin Michaela Gruber, ein präzise durchdachtes Konzept umsetzten. Karl Schaupps Musik, aufwendige Kostüme, das Ambiente aber auch das Menü von Schlosswirt Andreas Plappert tragen ihr Übriges zu einem gelungenen Abend bei.

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