Erstellt am 26. September 2015, 09:37

von NÖN Redaktion

"Erster Eindruck überwältigend". Peter Bubenik über seine ganz persönliche Beziehung zum Sonntagberg.

»Der Sonntagberg hat mein Leben bestimmt und wird das weiter tun«, sagt Peter Bubenik.  |  NOEN, Fahrengruber

Als ich als junger Schüler 1951 aus Wien in das Sängerknaben-Konvikt ins Stift Seitenstetten kam, wusste ich mit der Landschaft des Mostviertels nicht viel anzufangen. Aber der damalige Chorleiter Pater Albert Kurzwernhart entführte die Sängerknaben des Stiftes sehr bald auf den Sonntagberg, wo wir in der Basilika sangen. Mein erster Eindruck war überwältigend. Nie mehr ließ mich dieser barocke Raum mit der herrlichen Akustik los.

In meiner weiteren Entwicklung wuchs die Liebe zur Orgel und da entstand sehr bald die innige Beziehung zur Christoph-Orgel auf dem Sonntagberg. Deshalb heiratete ich auch in der Basilika, weil mein Freund Gerhard Walterskirchen dazu die Orgel erklingen ließ. Auf dem Sonntagberg veranstaltete ich auch mein erstes Konzert mit dem Kammerorchester Waidhofen unter Erich Kolar und mit dem prächtigen Basssolisten Ernst Sobotka.

Ein unauslöschliches Erlebnis

Immer wieder zog mich die Musik in diesen wunderbaren Raum. Konzerte waren es, aber auch selbst habe ich im Chor gesungen, einen dieser Auftritte möchte ich aus der Erinnerung heben: Im Jahr 2001 sang der Kirchenchor Seitenstetten, dem ich angehöre, die „Missa Gratias agimus tibi“ von J.J. Fux gemeinsam mit dem Concilium musicum Wien unter Paul Angerer in der Basilika, es war ein unauslöschliches Erlebnis für mich.

Dann kam die Renovierung der Orgel ins Gespräch. Kurt Neuhauser, der großartige Organist und Musiker, nahm sich dieser Aufgabe an und ich assistierte ihm. Die Orgelbauanstalt Martin Pflüger aus Vorarlberg sollte das Instrument so zum Klingen bringen, wie es der Erbauer Franz Xaver Christoph 1776 konzipiert hatte. So erklingt seit 2001 bis heute das Werk wieder in voller Pracht.

Im Verlauf der Festlichkeiten um die Restaurierung der Orgel kam es dann für mich zu einer wunderbaren Begegnung: Gustav Leonhard, der Weltmusiker, kam auf den Sonntagberg und gab ein herrliches Konzert. Er war vom Instrument auch hingerissen. Ich durfte mit diesem Großen der Musik am Tisch im Gasthaus Lagler sitzen.

Am Sonntagberg in der Basilika steht für mich vor allem die Orgel im Mittelpunkt, aber auch andere Begegnungen bleiben prägend für mich, wie jene mit dem „Bullen von Tölz“, Ottfried Fischer, der einmal am Sonntagberg eine Folge der Serie drehte.

Und dann hatte ich noch ein tiefes Erlebnis in der Basilika: Ich durfte bei einer Führung durch Pater Gregor Ortner erleben, wie der Schriftsteller Julian Schutting die Kunst in der Basilika sieht. Damals nahm ich mit, dass Literatur wegweisend ist.

Der Sonntagberg hat mein Leben bestimmt und wird das weiter tun, vor allem, weil mein Freund Pater Franz Hörmann jetzt der Superior ist.