Erstellt am 12. September 2015, 05:22

von NÖN Redaktion

„Vom himmlischen Klang begeistert“. Walter Zambal aus Waidhofen über seine persönliche Beziehung zum Sonntagberg.

Für Walter Zambal lässt der Klang der Orgel in der Basilika am Sonntagberg den Begriff Ewigkeit erahnen.  |  NOEN, Fahrengruber

Beobachtet man kleine Kinder beim Betreten der Sonntagberger Basilika, so fällt einem auf, dass sie immer wieder Laute von sich geben und über das Echo ihrer Stimme erstaunt sind. Es macht ihnen offensichtlich große Freude, ihre kleinen Stimmchen in einem überirdischen Echo wieder zu erkennen.

Dieser eben beschriebene Raumklang hat auch mich, als ich mit 14 Jahren zum ersten Mal auf der Sonntagberger Orgel spielen durfte, von Anfang an in den Bann gezogen. Ich war vom lange anhaltenden und, im wahrsten Sinne des Wortes, „himmlischen“ Klang begeistert. Vom leisesten Acht-Fuß-Register bis hin zu den strahlenden Mixturen wurden die über mehr als zwei Jahrhunderte hin unverändert erhalten gebliebenen Stimmen der Orgel durch den Raum wunderbar verstärkt.

Dieser Klang, der einem ein wenig den Begriff Ewigkeit erahnen lässt, begeistert mich bis heute immer wieder von Neuem. Sei es beim Spielen in der leeren Basilika oder beim Begleiten des Volksgesangs in der voll besetzten Kirche, sei es im Rahmen eines Konzerts oder beim Begleiten eines Instruments oder einer Singstimme, der Klang ist immer wieder beeindruckend.

Von Musik umgeben

Gleich nach dem Klangerlebnis kommen die Stimmungsbilder, die man von der Orgelbank aus durch die barocken Fenster beobachten kann. Man sitzt, von Musik umgeben, mitten in den Elementen. Im November ziehen weiße Nebelschwaden um die Kirche. Im Winter rütteln Schneestürme an den vereisten Fenstern, und auch im Kircheninneren sind die Temperaturen nur knapp über Null. Im Frühling erholt sich der Kirchenraum langsam von der winterlichen Kälte und im Sommer übertrumpft der strahlend blaue Himmel oft die barocken Fresken des Deckengewölbes.

Diese Kombination aus Hören und Sehen, aus barocker Lebensfreude und Klangerlebnis, aus Natur und Kunst machen diese Kirche tatsächlich zu einem Bauwerk, in dem man „dem Himmel näher ist“.

In der Serie „Mein Sonntagberg“ präsentiert die NÖN ganz persönliche Geschichten über den Wallfahrtsort. Wer seine Geschichte ebenfalls in der NÖN erzählen möchte, kann sich unter redaktion.ybbstal@noen.at oder unter 07442/52202 melden.

Nächste Termine

Am Sonntag, 27. September, findet ab 10.30 Uhr die Bäckerwallfahrt auf den Sonntagberg statt.