Erstellt am 07. November 2015, 05:07

Wunderbares „Miserere“. Gregorio Allegris Musik versetzte die Basilika am Sonntagberg in eine Aura der Mystik. Gesangssolisten, Sopransaxofonist Michael Krenn und Chorus sine nomine brillierten.

Grandioser Chor, grandiose Solisten: Der Chorus sine nomine mit Leiter Johannes Hiemetsberger (vorne, 2.v.l.) Solist am Sopransaxofon Michael Krenn, Barbara Achammer (Sopran), Marie Antoinette Stabentheiner (Sopran), Sonja Fitzal (Alt) und Malte Puls (Bass) (vorne, v.l.).  |  NOEN, Leo Lugmayr

Man fand sich in einem Kosmos schwebender Klänge, in einer Welt der Transzendenz, in der Düsternis und Licht, Flehen und Gnade changierten, auf einer Reise in die Vergangenheit. Zu Allerheiligen machte der Klangraum in der Basilika am Sonntagberg Station. Der Chorus sine nomine unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger brachte Gregorio Allegris „Miserere“ zur Aufführung – auf eine Weise, die klarstellte, dass das Werk zu den Wundern der Kirchenmusik gehört.

Der Komponist und Sänger des päpstlichen Chors schrieb das „Miserere“ im Jahr 1638: In der Karwoche wurden 27 Kerzen nacheinander gelöscht, bis nur noch eine brannte. Dann kniete sich der Papst zum Gebet nieder, während Allegris Musik erklang. Die Komposition ist von archaischer Einfachheit, die sixtinischen Sänger waren berühmt für ihre herrlichen Auszierungen der Oberstimme.

Hier leisteten die Sopransolistinnen Barbara Achammer und Marie Antoinette Stabentheiner Unglaubliches und woben im Kerzenschimmer der Basilika in die wunderbar dargebotenen Passagen von Sonja Fitzal (Alt) und Malte Puls (Bass) kristallklare Lichtspuren hellsten Glanzes. Michael Krenn malte dazu schier schwerelose Linien am Saxofon, wie sie der bulgarische Komponist Vladimir Ivanoff nicht virtuoser gemeint haben kann.