Erstellt am 04. November 2015, 05:07

von Andreas Kössl

Asylunterkunft: 49 Flüchtlinge haben Quartier bezogen. Ehemaliges Blindenheim St. Georgen/Reith voll besetzt. Arbeitsgruppe für Unterstützung der Flüchtling gegründet.

Ehemaliges Blindenerholungsheim in St. Georgen/Reith  |  NOEN, Kössl
49 Kriegsflüchtlinge, vorwiegend Familien mit Kindern, haben am vergangenen Mittwoch im ehemaligen Blindenheim in St. Georgen/Reith Quartier bezogen. Damit ist die Flüchtlingsunterkunft in St. Georgen/Reith gleich mit einem Mal voll belegt.

x  |  NOEN, NÖN
„Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Die Menschen sind sehr freundlich. Man hat den Eindruck, dass sie sehr froh sind, nun in einem sicheren Land zu sein“, berichtet Bürgermeister Helmut Schagerl (SPÖ). Der Ortschef der kleinen Ybbstalgemeinde war noch am Mittwochabend nach Amstetten gefahren, um Lebensmittel zu kaufen, die den Neuankömmlingen anschließend im Namen der Gemeinde übergeben wurden. Schon kurz darauf wurde die geringfügig adaptierte Großküche des einstigen Blindenheims von den Ankömmlingen in Betrieb genommen. Betreut werden die Flüchtlinge von der Firma SLC Europe.

„Ich bin mir sicher, dass die Betreuung gut funktionieren wird“, sagt Schagerl. „Viele sind bereit, mitzuhelfen.“ Um diese Hilfsbereitschaft zu kanalisieren, hat der Ortschef Altbürgermeister Andreas Rautter (SPÖ) zum Flüchtlingskoordinator ernannt.

Über 50 Personen kamen zu erstem Treffen

Unter Rautters Ägide ging am Montag ein erstes Koordinierungsgespräch über die Bühne. Über 50 hilfswillige Personen kamen, darunter auch Bürger der Nachbargemeinden. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Andrang“, so Rautter.

Unter dem Titel „Miteinander in St. Georgen/Reith“ wurden drei Arbeitsgruppen gegründet. Die Gruppe „Bildung“ möchte Deutschkurse organisieren. „Viele unserer Gäste wollen Deutsch lernen“, sagt Rautter, „wir haben da auch schon zwölf bis 14 Personen.“ Die Gruppe „Kontakt“ rückt das Miteinander zwischen Flüchtlingen und Gemeindebürgern in den Fokus und die dritte Gruppe koordiniert die Sachspenden.

Dafür wurden am Gemeindeamt und bei Familie Reinhold und Isabella Schagerl in Kogelsbach Sammelstellen eingerichtet. Derzeit sind vor allem Winterbekleidung (vor allem auch für Kinder) sowie Fahrräder und Kinderspielzeug gefragt. „Die Hälfte unserer Gäste sind Kinder“, sagt Rautter und bittet darum, Sachspenden nur bei den Sammelstellen abzugeben, um besser koordinieren zu können. Alles zur Flüchtlingshilfe in Reith findet sich auchauf der Gemeinde-Hompage unter einem eigenen Button. Auch ein Hilfskonto wurde eingerichtet.

„Aufgrund der Knappheit winterfester Quartiere empfehle ich jeder Gemeinde, dass sie Flüchtlinge aufnimmt“, sagt Ortschef Schagerl. „Ich bin mir sicher, dass es in vielen Gemeinden Möglichkeiten gäbe.“

Hilfskonto

Gemeinde St. Georgen am Reith Flüchtlingshilfe
IBAN: AT 31 32939 0110 4003 240
BIC: RLNWATWW939