Waidhofen an der Ybbs

Update am 23. Mai 2017, 15:12

von Ingrid Vogl

Kletter-Routiniers triumphierten in Waidhofen. Mit Lokalmatador Kilian Fischhuber und seiner Lebensgefährtin Anna Stöhr sicherten sich Österreichs Boulder-Aushängeschilder am Samstag die Staatsmeistertitel in Waidhofen.

Bereits zum zweiten Mal ging in Waidhofen die Staatsmeisterschaft im Bouldern über die Bühne. Vor zehn Jahren stand mit Kilian Fischhuber ein Lokalmatador im Mittelpunkt. Und der mittlerweile 33-Jährige tat das auch heuer. Fischhuber, der seine Karriere bereits Ende 2014 beendet hatte, unterbrach seine „Pension“ und kehrte in seiner Heimatstadt wieder ins Wettkampfgeschehen zurück.

„Man hat gesehen, dass beim Bouldern nicht immer der Fitteste gewinnen muss.“Kilian Fischhuber

Dass der fünffache Boulder-Gesamtweltcupsieger nichts verlernt hat, war schnell zu sehen. Obwohl gesundheitlich leicht angeschlagen, qualifizierte sich Fischhuber als Vierter sicher für das Finale. Dort ließ er sich vom Heimpublikum dann beflügeln.

Die Finalboulder der Herren entpuppten sich als etwas zu leicht und so war schnell klar, dass man für Gold alle vier Probleme in möglichst wenig Versuchen bis zum Top schaffen muss. Als Erstem gelang dies dem Eichgrabener Georg Parma, der acht Versuche benötigte. Fischhuber löste die vier Boulderprobleme in sechs Versuchen und übernahm die Führung, die bis zum Schluss hielt. Nur der Zillertaler Alfons Dornauer schob sich mit sieben Versuchen noch zwischen die beiden Niederösterreicher.

Zum Zuschauen verdammt. Eine noch nicht ganz ausgeheilte Knöchelverletzung verhinderte den Start der Haagerin Jessica Pilz (links). Sie verfolgte die Titelkämpfe in Waidhofen nur als Zaungast.  |  Vogl

„Man hat gesehen, dass beim Bouldern nicht immer der Fitteste gewinnen muss. Im Finale habe ich einen richtigen Lauf erwischt und für die Leute hinter mir war es dann verdammt schwer, mit dem Druck umzugehen. Aber es war ein großartiger Erfolg vor so einer tollen Kulisse“, freute sich Fischhuber über seinen siebenten Staatsmeistertitel im Bouldern.

Vorstiegs-Weltmeister Jakob Schubert, der die Qualifikation noch dominiert hatte, musste sich in Waidhofen mit Rang sechs begnügen. „Gleich beim ersten Boulder habe ich die richtige Lösung übersehen und nach einem Fehler beim zweiten Boulder war es dann gelaufen“, analysierte der Innsbrucker das nicht nach Wunsch verlaufene Finale.

Titel verteidigt. Anna Stöhr ging in Waidhofen als Favoritin ins Rennen und sicherte sich ihren achten Staatsmeistertitel im Bouldern.  |  Vogl

Bei den Damen gaben die Youngsters ein kräftiges Lebenszeichen von sich. So qualifizierten sich vier Athletinnen des österreichischen U18-Kaders für das Finale der besten Acht, die erst 15-jährige Sandra Lettner aus Vöcklabruck sogar als Führende. Heißeste Anwärterin auf den Titel war mit Anna Stöhr aber trotzdem ein Routinier. Die Doppel-Weltmeisterin und vierfache Gesamtweltcupsiegerin schaffte als einzige Kletterin drei Boulder und gewann somit souverän vor der Innsbruckerin Berit Schwaiger.

Bronze holte sich Katharina Saurwein (ebenfalls OeAV Innsbruck). „Es waren spannende Meisterschaften und es war toll, vor so vielen Leuten zu klettern. Die Jungen haben uns ordentlich zugesetzt“, freute sich Anna Stöhr über ihren achten Staatsmeistertitel.