Erstellt am 11. Mai 2016, 05:04

von Andreas Kössl

Stadt Waidhofen in neuem Licht. Fulminanter Festival-Auftakt mit Multimedia-Projekt „Lichtecht“ im Rothschildschloss.

 |  NOEN, Christa Hochpöchler
Zwei Duracell-Hasen schlugen am Mittwoch vergangener Woche im Kristallsaal des Waidhofner Rothschildschlosses die Eröffnungstrommeln zum NÖ Viertelfestival.
Dieses findet heuer im Mostviertel statt und umfasst unter dem Motto „Fliehkraft“ insgesamt 63 Kunst- und Kulturprojekte, die bis 7. August an 47 Standorten umgesetzt werden.

Erfreut, dass die Eröffnung in Waidhofen über die Bühne ging, zeigte sich Bürgermeister Werner Krammer: „Waidhofen hat eine kulturelle Tradition, die quer durch alle Genres geht und sich durch ein vielfältiges Angebot auszeichnet.“ Das Viertelfestival könne da zusätzliche Impulse setzen.

Das Besondere am Viertelfestival sei, dass man jedes Jahr etwas komplett Neues erleben könne, meinte Festivalleiter Stephan Gartner. „Bei uns ist alles möglich. Im Zentrum des heurigen Festivals stehen die Bewegung und Veränderung zwischen Peripherie und Zentrum“, brachte Viertelsmanager Hannes Mayrhofer das Festivalmotto auf den Punkt.

„Kultur muss von unten nach oben wachsen
und kann nicht verordnet werden.“
Landeshauptmann Erwin Pröll

Der Zugang und das Verständnis hinsichtlich der Kultur hätten sich in den letzten 20 Jahren sehr stark zum Positiven verändert, meinte Josef Schick, Geschäftsführer der Kulturvernetzung NÖ, die das Viertelfestival heuer zum 15. Mal veranstaltet und gleichzeitig ihr 20-jähriges Jubiläum feiert. „Es geht immer um das Gemeinsame.

Dem versuchen wir mit dem Viertelfestival und der Kulturvernetzung eine Plattform zu bieten“, so Schick. Die offizielle Eröffnung des Festivalreigens nahm dann Landeshauptmann Erwin Pröll vor. Aufgabe der Politik sei es, Kulturinitiativen zu unterstützen, welche die Ressourcen, die in einer Region vorhanden sind, heben, so Pröll. „Kultur muss von unten nach oben wachsen und kann nicht verordnet werden.“

Den künstlerischen Auftakt des diesjährigen Viertelfestivals bildete das Projekt „Lichtecht“ unter der Regie des Waidhofner Medienkünstlers Uli Kühn. An dessen Beginn stand eine Sound-Performance von Robert Mathy, bei welcher der Kristallsaal mittels elektronischer Gerätschaften und dreier weißer Luftballons zum Rauschen und Brummen gebracht wurde.

Beeindruckende Lichtshow im Rothschildschloss

Für Gänsehaut sorgte die Interpretation der NÖ Landeshymne durch Lissie Rettenwander. Mit- hilfe eines Loop-Geräts schraubte die Musikerin dabei Beethovens Melodie und Ginzkeys Zeilen zu einem vielstimmigen Choral hoch. Es folgte ein „Surroundkonzert“ von Thomas Wagensommerer. Da wühlte der Bass in der Magengrube, rauschte und zischte, fiepste und knackste es, während die Lichteffekte von Uli Kühn den Kristallsaal in die unterschiedlichsten Farben hüllten.

Den fulminanten Abschluss bildete dann eine beeindruckende Lichtshow im Hof des Rothschildschlosses. Vielgestaltige Projektionen an der Fassade des Rotschildschlosses ließen die alten Gemäuer pulsieren, während es auf der Tonebene aus dem Rechner brutzelte.

Im Anschluss sorgte ein „Musik-Feuerwerk“ dafür, dass sich ein „Purple Rain“ über der Stadt ergoss. Zum Ausklang des gelungenen Abends gab es dann noch Klavier-Etüden von Filia Solis sowie Rock’n’Roll und Country von den RockaRollics im Schlosskeller.