Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 21. Mai 2017, 05:00

von Doris Schleifer-Höderl

Bilder für die Nachwelt festhalten. Seit 2014 besitzt Waidhofen ein Online-Archiv, zu dem Bürger beitragen können. Horst Steindl aus Kematen lieferte schon zahlreich historisches Material für die Topothek.

Eva Zankl freut sich immer, wenn der Topo  |  Doris Schleifer-Höderl

Geschichtliche Schätze über die Stadt der Türme sind nicht nur im Stadtarchiv und beim Musealverein zu finden, sondern auch in vielen Privathaushalten.

„Wir freuen uns daher sehr, wenn wir Fotos, Dokumente, Ansichtskarten oder Videos von den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt bekommen“, so die Leiterin der Stadtbibliothek Eva Zankl. „Wir scannen die Bilder ein und geben natürlich die Originale wieder an den jeweiligen Besitzer zurück. Mittlerweile haben wir schon 1.043 Unterlagen. 85 Prozent davon sind Fotos, die wir entweder persönlich oder per Mail erhalten haben.“ Die Wichtigkeit der Topothek ist längst unbestritten, denn hier wird historisches Material allen Interessierten und nachfolgenden Generationen zugänglich gemacht, das ansonsten auf kurz oder lang unwiederbringlich verloren gehen würde.

Auch Horst Steindl (73), der gemeinsam mit Martin Schoderböck 2008 das Archiv der Gemeinde Kematen aufbaute, hat der Waidhofner Topothek schon viele wertvolle Unterlagen zukommen lassen.

Älteste Fotos sind über 130 Jahre alt

Steindl war vor drei Jahren der Erste, der auf das Angebot regierte. „Ich war sofort begeistert und brachte dem Online-Archiv aus meiner privaten Sammlung Rechnungsformulare und Dokumente von Waidhofner Geschäften und Gewerbetreibenden, die es seit vielen Jahren nicht mehr gibt“, so Steindl.

„Dank der Topothek ist es möglich, diese Geschäfte wieder in Erinnerung zu rufen. Das selbe gilt auch für einzelne Häuser und Straßenzüge.“ Mittlerweile hat der pensionierte Mondi-Mitarbeiter dem Online-Archiv mehr als 100 Fotos, Ansichtskarten und Dokumente zur Verfügung gestellt.

Das gesamte Archiv kann online eingesehen werden. Die Dateien können jedoch aus rechtlichen Gründen nicht heruntergeladen werden. „Die ältesten Fotos stammen aus den Jahren 1885 und 1889, auf denen die Wiener Straße bzw. die alte Ybbsbrücke abgebildet sind“, so Eva Zankl.

„Wir hoffen, demnächst auch Bilder von Atschreith, die die alte Siedlungsgeschichte dort dokumentieren, zu erhalten. Außerdem wollen wir auch unsere Plakatsammlung – übrigens mit 4.000 Exemplaren eine der größten Niederösterreichs – allmählich in unser Online-Archiv aufnehmen.“