Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:08

von Andreas Kössl

Stalker bedroht Opponitzer Familie. Seit über einem Jahr schickt Unbekannter Mails mit Beschimpfungen und Drohungen.

Obszönitäten, Beschimpfungen und handfeste Drohungen bekommt eine Opponitzer Familie regelmäßig von einem Stalker per Mail zugesandt. Die Familie ist verzweifelt.  |  NOEN, Symbolfoto: Shutterstock/Issarawat Tattong
Verzweifelt ist eine fünfköpfige Familie aus Opponitz. Seit über einem Jahr hat es ein hartnäckiger Stalker auf sie abgesehen. Nun hat sich die Familie an die NÖN gewandt.
Begonnen hat alles im Sommer 2014. Auf eine willhaben-Anzeige ging eine E-Mail eines unbekannten Absenders mit obszönen Fotos und Beschimpfungen ein – weitere sollten folgen. Nach dem Sommer war der Spuk wieder vorbei. Doch im heurigen Sommer ging es wieder von vorne los.

Eine Fülle an Mails mit obszönen Inhalten, Beschimpfungen aber auch handfesten Drohungen trudelte ein. Der Nationalsozialismus wird darin ebenso gutgeheißen wie zuletzt die Anschläge von Paris. An die 500 Mails erhielt die Familie bis dato, aber auch SMS trudelten ein.

Verdacht gegen Person aus der Nachbarschaft

Die Nachrichten lassen darauf schließen, dass der Stalker die Familie kennt und aus der näheren Umgebung stammt. Die Beschimpfungen richten sich nämlich namentlich an einzelne Familienmitglieder oder thematisieren aktuelle Ereignisse aus der unmittelbaren Umgebung. Ein Gutteil der Beschimpfungen richtet sich an die 17-jährige Tochter, aber auch der Familienvater wird namentlich bedroht. „Weihnachten erlebt ihr nimmer“, lautete zuletzt eine Nachricht. Kein Wunder, dass die Familie mit den Nerven am Ende ist. Doch nicht nur sie, auch die Nachbarsfamilie erhält derartige Nachrichten.

Der Täter scheint sich sehr sicher zu fühlen. „I siach alles [...] i kau ois“, heißt es in einer Mail. Die Familie hat einen Verdacht, der sich gegen eine Person aus der Nachbarschaft richtet. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Wie aus einer Anordnung der Staatsanwaltschaft, die der NÖN vorliegt, zu entnehmen ist, ergaben diese, dass ein Teil der Stalking-Mails über das Modem der Familie versendet wurde. Dieses war anfangs nicht passwortgeschützt. Der von der Familie verdächtigten Person konnte jedoch bisher nichts nachgewiesen werden.

 „Ich bin mir hundertprozentig sicher,
dass meine Tochter das nicht war“

Der Verdacht fiel hingegen auf die eigene Tochter. Die Familie kann das nicht glauben. „Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass meine Tochter das nicht war“, sagt der Vater. Zur Untersuchung musste die Familie kürzlich alle technischen Geräte abgeben. Aber auch danach wurden noch Stalking-Mails abgeschickt.

Die Staatsanwaltschaft wollte sich gegenüber der NÖN zu dem Fall nicht äußern. Ein Ermittlungsverfahren laufe, heißt es.