Erstellt am 21. März 2016, 09:27

von Doris Schleifer-Höderl

Theresia Reitbauer: Osterschmuck als Hobby. Theresia Reitbauer aus Kröllendorf kam über die Glasmalerei zum Verzierenvon Kerzen. Außerdem fertigt die heute 65-Jährige Gestecke und gestaltet Ostereier.

Theresia Reitbauer stellt sich ihre Dekorationsgegenstände gerne selber her und erfreut damit auch den Freundes- und Bekanntenkreis.  |  NOEN, Schleifer-Höderl

„Schon als kleines Mädel habe ich gerne gebastelt“, so die gebürtige Mühlviertlerin Theresia Reitbauer. Kreativität und Geschick liegen der dreifachen Mutter und fünffachen Großmutter einfach im Blut. „Wie meine Töchter noch klein waren, habe ich fast die gesamte Kleidung für sie genäht, gehäkelt und gestrickt. Irgendwie war das für mich selbstverständlich.“

Das eigene Heim liebevoll den Jahreszeiten und Festen entsprechend zu schmücken, war und ist ebenso Usus. Momentan ziert ein schmucker Osterstrauß mit selbstgestalteten Eiern die heimelige Küche. Die Leidenschaft von Frau Reitbauer, sich selbst kunstgewerblich zu betätigen, kam Ende der 1990er-Jahre. „Da besuchte ich einen Kurs für Glasmalerei in Amstetten und war sofort hellauf begeistert.“ In der Folge entstanden unzählige Teegläser, Bilder und Schalen.

"Auf die Uhr schaue ich dabei nicht“

Vor sieben Jahren schließlich begann Theresia Reitbauer auch mit dem Verzieren von Kerzen. Neben Hochzeits-, Tauf- und Geburtstagskerzen entstehen auch Osterkerzen. In ihrem kleinen Hobbyraum, den sich Frau Reitbauer mit ihrem Gatten teilt, der dort seinen Computer stationiert hat, entstehen aber auch Gestecke und liebevoll verzierte Ostereier. Grundmaterialien für ihre Gestecke wie Sonnenhut, Scharfgarbe, Buchs, Thuja und Weide findet Frau Reitbauer im eigenen Garten.

Wie lange sie an einem Gesteck arbeitet, kann Theresia Reitbauer nicht sagen. „Ich fange halt an und so lange es dauert, so lange dauert es eben. Auf die Uhr schaue ich dabei nicht.“ Vermutlich deshalb, weil es ihr so viel Spaß bereitet, mit den eigenen Händen etwas zu erschaffen.

„Es ist schade, dass vielen Leute heute gar nicht mehr bewusst ist, dass Ostern eine noch viel größere Bedeutung als Weihnachten hat“, meint Frau Reitbauer. „Ich lege auf unser Brauchtum großen Wert und freue mich, dass auch meine beiden Enkeltöchter Bianca und Lena sowie mein Enkelsohn Alex immer wieder gerne mit mir basteln.“

Individualität fernab der Massenware ist gefragt

Seit Theresia Reitbauer vor sechs Jahren in Pension ging – sie war Reinigungskraft im Lagerhaus Kröllendorf – hat sie endlich uneingeschränkt Zeit für ihr Hobby. Freunde, Bekannte und Verwandte werden von ihr immer gerne mit Neuem bedacht. „Heute kann man sich zwar alles kaufen, aber es gibt Leute, die Individualität fernab der Massenware suchen.“

Und da sind sie bei der Kröllendorferin genau richtig. Jeden Freitag ist Theresia Reitbauer auch am Waidhofner Wochenmarkt an ihrem Stand anzutreffen und freut sich schon immer auf den regen Austausch mit den Marktbesuchern. „Ich plaudere gerne und es freut mich, wenn ich meine Erzeugnisse auch erklären kann.“

Deshalb trifft man sie auch auf sämtlichen Hobbyausstellungen in der näheren Umgebung an. Aber auch im Salzburger Freilichtmuseum Großgmain zeigt die sympathische Hobbykünstlerin Interessierten gerne ihr Können. „Da fahre ich mit meinem Mann mindestens einmal im Jahr hin. Es ist so schön zu sehen, dass es Leute gibt, die sich für meine Arbeiten interessieren und Näheres darüber wissen wollen.“

Könnte sich Frau Reitbauer eigentlich ein Leben ohne das Verzieren von Kerzen und Gestalten von Gestecken vorstellen? „Nein, sicher nicht!“ Beim Blick aus dem Fenster entdeckt Theresia Reitbauer schließlich im Garten einen blühenden Forsythienzweig. „Fein, den hole ich mir dann gleich für meinen Osterstrauß!“