Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 16. Mai 2018, 06:00

von Andreas Kössl

100 Jahre Silesia: 300 schlagende Burschen in der Stadt. Rund 300 Mitglieder von schlagenden Mittelschulverbindungen treffen sich am Wochenende in Waidhofen beim Burschentag des Österreichischen Pennäler Rings.

Burschenschafter 2017 beim Akademikerball in der Wiener Hofburg. Am Wochenende kommen die schlagenden Mittelschulverbindungen nach Waidhofen.  |  APA/FPÖ/ Robert Lizar

Rund 300 schlagende Burschenschafter werden sich am Wochenende in Waidhofen einfinden, wenn der 35. Burschentag des Österreichischen Pennäler Rings (ÖPR) im Schlosscenter über die Bühne geht. Der Grund dafür, dass der Dachverband der schlagenden Mittelschulverbindungen sein jährliches Treffen heuer in der Stadt der Türme abhält, ist das 100-jährige Jubiläum der in Waidhofen ansässigen pennalen Burschenschaft Silesia.

„Da wir heuer unser Vereinsjubiläum begehen, war es unser Bestreben, den Burschentag nach Waidhofen zu holen und das Jubiläum in diesem Rahmen zu feiern“, sagt der Obmann-Stellvertreter der Silesia, der Waidhofner FPÖ-Chef Karl-Heinz Knoll. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er Mitglied der Waidhofner Burschenschaft.

"Die Burschenschaft ist ein Freundschaftsbund"

Mit der Wiener Burschenschaft Franko Cherusker hat sich die Silesia im Jahr 1921 zum „Blauen Kartell“ zusammengeschlossen. Rund 80 Mitglieder (Aktive und „Alte Herren“) zählt man derzeit gemeinsam. In Waidhofen habe man zur Zeit keine Schüler in der Burschenschaft, bedauert Knoll. Er hofft aber, dass sich das bald wieder ändert. „Die Burschenschaft ist ein Freundschaftsbund auf Lebenszeit.“ Der Zulauf zu den Korporationen sei manchmal stärker, manchmal schwächer, insgesamt sei man zufrieden, meint ÖPR-Vorsitzender Udo Guggenbichler. Er ist für die Wiener FPÖ als Gemeinderat und Landtagsabgeordneter sowie als Bezirksparteiobmann von Währing aktiv.

Los geht es beim Burschentag am Freitag mit einem internen Begrüßungsabend der Silesia im Rothschildschloss. Am Samstagnachmittag findet im Schloss an der Eisenstraße dann für die Delegierten die Jahreshauptversammlung des ÖPR statt und am Abend wird ins Schlosscenter zum Festkommers geladen. Rund 300 Burschenschafter aus Österreich, Südtirol und Deutschland werden erwartet. „Wir sind eine moderne Jugendorganisation. Der Burschentag dient dem Gedankenaustausch“, sagt Guggenbichler.

"Das wird eine sehr festliche Angelegenheit"

Im Vorjahr nahm am Burschentag in Wiener Neustadt auch der nunmehrige FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache teil. „Von Ministerseite haben wir noch keine Zusagen“, sagt Knoll. „Wahrscheinlich wird niemand aus der Regierung kommen. Es werden aber etliche Abgeordnete zum Landtag und Nationalrat erwartet.“ Seinen Ausklang wird der 35. Burschentag des ÖPR dann am Sonntag mit einem Frühschoppen im Schlosshotel nehmen. „Das wird eine sehr festliche Angelegenheit, die auch für die Wirtschaft und die Gastronomie in Waidhofen von großer Bedeutung sein wird“, meint Knoll. „Schließlich bringt die Veranstaltung zahlreiche Übernachtungsgäste in die Stadt.“

Letztes Jahr war das Jahrestreffen der schlagenden Mittelschulverbindungen in das 100-Jahr-Jubiläum der Germania zu Wiener Neustadt eingebettet. Die kam dann Anfang des Jahres mit ihrem antisemitischen und rassistischen Liederbuch in die Schlagzeilen und wurde in Folge aus dem ÖPR ausgeschlossen.

DÖW: Deutschnationale Verbindungen im ÖPR

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW), das sich der Dokumentation des Rechtsextremismus verschrieben hat, bezeichnet den Österreichischen Pennäler Ring als „Dachverband der deutschnationalen Mittelschulverbindungen“. Einige dieser Verbindungen würden Bezüge zum Rechtsextremismus und ein Naheverhältnis zum Nationalsozialismus aufweisen. Wie die Burschenschaft Silesia diesbezüglich positioniert sei, darüber gebe es jedoch beim DÖW keine Einschätzung.