Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 13. Oktober 2016, 04:08

von Christa Hochpöchler

60 Jahre Erwachsenenbildung. Die Volkshochschule Waidhofen beging ihr 60-Jahr-Jubiläum mit einem Festvortrag und der Herbsttagung des Verbands der NÖ Volkshochschulen.

Raiffeisenbank-Direktor Johann Galbavy, Josef Ambroz, VHS-Leiter Franz Hofleitner, Johann Gill und Bürgermeister Werner Krammer (v.l.) nach dem Festvortrag im Plenkersaal „Menschen in ihrer Welt“.  |  NOEN

Die Teilnehmer spielen Cello, rühren am Kochtopf, designen eine Homepage, genießen einen Vortrag, lernen eine Sprache oder bereiten sich auf die Reifeprüfung vor – mit rund 100.000 Schülern und Besuchern in den letzten 60 Jahren kann die Volkshochschule (VHS) Waidhofen eine beeindruckende Bilanz aufweisen. Das Bildungsangebot ist aktuell, hochwertig, breit gefächert und bedarfsorientiert.

Mit einem außergewöhnlichen Festvortrag im Plenkersaal beging man mit Freunden und Wegbegleitern das Jubiläum „60 Jahre Volkshochschule“. Josef Ambroz und Johann Gill zeigten bewegende Bilder zum Thema „Menschen in ihrer Welt“. „Vieles hat sich in 60 Jahren geändert, doch Bilder haben noch immer nichts an Faszination verloren“, so der Leiter der VHS, Franz Hofleitner, der sich über das große Interesse an dem Vortrag freute. Ausgangspunkt der Fotoexkursion von Ambroz und Gill war Waidhofen.

Von dort aus ging es in den Iran, nach Sri Lanka, Bhutan, Indien, Togo, Mexiko und Peru. Besonders interessant war der Vergleich der verschiedenen Kulturen im Zuge des Vortrags. So wurde etwa die Fronleichnamsprozession in Waidhofen dem hinduistischen Kumbh-Mela-Fest, einem buddhistischen Fest und einem Fest in Togo zu Ehren der Götter gegenübergestellt.

Am Tag nach dem Vortrag wurde im Kristallsaal die Herbsttagung des Verbands der NÖ VHS abgehalten. Nach der Eröffnung durch die Landesvorsitzende des Verbands, Ulrike Königsberger-Ludwig, und den Grußworten der Ehrengäste hielt Karl Bader, ebenfalls im Landesvorsitz, einen Rückblick auf das vergangene Jahr. „Die Kurse zu Gesundheit und Bewegung machen rund 50 Prozent des Kursangebots aus. An zweiter Stelle folgen Sprachkurse und berufliche Weiterbildung. Weitere wichtige Säulen der VHS sind kulturelle Angebote und Einzelveranstaltungen wie Vorträge“, so Bader.

Zukunft der Bildung  aus Unternehmersicht

Anschließend hielt Thomas Welser, Geschäftsführer der Welser Profile Beteiligungs GmbH, ein Impulsreferat zum Thema „2020 war gestern“. Er thematisierte die Zukunft der Bildung aus Sicht eines Unternehmers. „Die Rahmenbedingungen ändern sich schneller als die Organisation. Die Agilität eines Unternehmens wird zum Überlebensfaktor“, zeigte Welser auf.

„Wir bei Welser beschäftigen rund 2.000 Mitarbeiter. Jeder sollte wissen, was er zu tun hat und die Kompetenzen dazu haben. Doch die Arbeitsplätze ändern sich laufend, daher ist die Qualifikation der Mitarbeiter so wichtig.“ Welser sieht den Schlüssel für das Lernen in der persönlichen Einstellung: „Begeisterung, Interesse – jeder hat diese Werte in sich.“

Um Werte und Emotionen ging es auch bei der anschließenden Podiumsdiskussion, die Fritz Lengauer von Concept Consulting moderierte. „Theoretisch wäre digitales Lernen möglich: ein Lehrer online in einer Zentrale, die Schüler an den Monitoren. Doch das wird so nicht funktionieren, Werte findet man nicht im Internet. Hier sind jedoch die VHS stark, bei denen das Lernen über zwischenmenschliche Beziehungen geht“, so der zweite Landtagspräsident Gerhard Karner.

Gudrun Schwarz, Ramona Strasser und Max Lugmayr wurden abschließend mit Abzeichen für ihre langjährige Referententätigkeit geehrt.