Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 13. Oktober 2016, 04:08

von NÖN Redaktion

Konzert: Akkordeonmusik ohne Lederhose. Alldra sind am 14. Oktober, 20 Uhr, bei Kultur im/am FLUZ zu hören. Dabei präsentieren sie unter anderem auch ihr Album „Domm“.

Bernhard Breuer (Cajón, Percussion, Gesang), Marcello Girardelli (Kontrabass, Gesang), Bernhard Widerin (Gitarre, Gesang) und Martin Hartmann (Akkordeon, Gitarre, Gesang) (v.r.) alias Alldra sind am kommenden Freitag bei Kultur im/am FLUZ zu hören.  |  ALLDRA • DOMM

Die vier Herren mit strengem Dialekt und lässiger Musik haben ihre Anzüge aus der Reinigung geholt. Die Haare sind geölt, die Hemden gestärkt und im Keller steht eine Palette mit der Aufschrift „ALLDRA•DOMM“.

Gegründet wurde die Gruppe Alldra 1995 von Bernhard Breuer und Bernhard Widerin in Wien. Sie erlangte in Vorarlberg als Vorgruppe von Reinhold Bilgeri und Michael Köhlmeier Bekanntheit. 1996 wurde die Band um den Akkordeonisten Martin Hartmann erweitert, der seither fixes Mitglied derGruppe ist.

Alldra spielte in den folgenden Jahren in Dreierbesetzung, bevor sich 2003 Sven Larsen als viertes festes Mitglied dazugesellte. Es folgten einige Auftritte sowie Aufnahmen zum Album „Ummanand“. Im Frühjahr 2004 verstarb Sven Larsen. Seit Herbst 2004 ist Marcello Girardelli als Kontrabassist fixer Bestandteil der Gruppe.

Das Cover des vierten Studioalbums „Domm“ ziert ein brauner Kunstlederbürosessel aus der Kuranstalt Schruns. Im Sandrell-Haus in Tschagguns in Vorarlberg wurden bei Enzian und Gallo Pinto zwölf Stücke eingespielt. Untermalt von Cumbia über Skiffle, Rock und Wienerlied, wird das Publikum abgeholt, wo es ist, und hingebracht, wo es nie sein wollte.

Die Musik hört sich an wie die Tonspur zu einem dänischen Film: Gute Ratschläge, schlechte Nachbarn, eine aufwühlende Erinnerung, ein romantischer Spaziergang am See, ein Heimatdichter, der den Teufel heraufbeschwört, eine Affäre mit unvorhergesehenem Ausgang, ein Foto aus einem Schmierblatt, ein Abend unter Wienern, ein Bauträger mit Hintergedanken und eine Melodie zum Selbstzweck – die scheinbar losen Szenen fügen sich zu einem scharf umrissenen Stimmungsbild zusammen, eingebettet in überschwängliche, überraschende und eingängige Melodien.

Alldra ist Gitarre ohne Lagerfeuer, Cajón ohne Weltmusik, Bass ohne Bogen, Akkordeon ohne Lederhose.

Am Freitag, 14. Oktober, ist Alldra ab 20 Uhr im Schlosskeller in Waidhofen bei Kultur am/im FLUZ zu hören.