Erstellt am 03. Dezember 2015, 05:03

von Andreas Kössl

Waidhofen bei Tourismusstrategie auf neuem Kurs. Stadt Waidhofen legt touristische Ziele und Marschroute zum Erreichen derselben neu fest. Hauptaugenmerk auf Profilschärfung im Business-Tourismus.

Schlosswirt Andreas Plappert, Hotelier Hannes Scheiblauer, Tourismusbüro-Leiterin Sarah Helm, Stadtrat Friedrich Rechberger und Bürgermeister Werner Krammer (v.l.) bei der Präsentation des Kursbuchs 2020 im Waidhofner Tourismusbüro.  |  NOEN, Kössl

Mit dem „Kursbuch Tourismus 2020“ wurde am Montag vom Gemeinderat eine neue Fünfjahresstrategie für die Tourismusentwicklung der Stadt einstimmig beschlossen. „Das Kursbuch legt den Weg für die kommenden fünf Jahre fest, um Wachstum beim Gästeaufkommen zu erreichen. Es baut auf den Inhalten der neuen Marke und der Stadtentwicklungsstrategie auf“, so Bürgermeister Werner Krammer.

Da das letzte Kursbuch schon zwölf Jahre zurückliege, seien Anpassungen notwendig geworden. Erstellt wurde die neue touristische Marschroute von Sarah Helm, die seit einem Jahr das Waidhofner Tourismusbüro leitet, im Verbund mit Tourismusstadtrat Friedrich Rechberger und städtischen Tourismusbetrieben.

Die Tourismusleiterin hat das alte 80-seitige Kursbuch „ausgemistet“, wie sie sagt, und auf 30 Seiten verschlankt. „Waidhofen ist keine klassische touristische Stadt“, so Helm.

Konzentration auf Stärken der Stadt

„Es gibt zwar ein großes freizeitwirtschaftliches Angebot. Dieses ist aber eher an die Waidhofner gerichtet. Ein ferientouristisches Angebot gibt es kaum.“ Es gelte daher, sich auf die Stärken der Stadt zu konzentrieren. Diese sieht Helm vor allem im Geschäftstourismus, weshalb die neue Tourismusstrategie der Stadt vorsieht, sich zu 60 Prozent auf diesen Bereich zu konzentrieren.

Hier gehe es darum, neue Produkte zu entwickeln, aber auch die Anbieter untereinander zu vernetzen, um die Wertschöpfung in der Stadt zu halten. Eine große touristische Chance sieht man hier auch im Hochzeitssegment.

Die restlichen 40 Prozent der touristischen Kraftanstrengung sollen in den Freizeittourismus investiert werden. Hier will sich Waidhofen in den Segmenten Picknick, Flanieren, Radfahren und Gesundheit profilieren. „Waidhofen liegt bei den Nächtigungen unter den Top drei der Mostviertler Gemeinden. Zwei Drittel davon gehen auf das Therapiezentrum Buchenberg zurück“, rechnet Helm vor. „Deshalb wollen wir die Möglichkeiten, die das Therapiezentrum für den Tourismus bietet, künftig stärker nutzen.“

"Programm nicht in Stein gemeißelt"

Was die Zahlen betrifft, so sollen bis 2020 die Anzahl der Tages- und Ausflugsgäste um 15 Prozent, die Bettenauslastung um acht Prozent, die Nächtigungen um drei Prozent und die Bettenzahl auf Bauernhöfen um fünf Prozent gesteigert werden. Um das zu erreichen, soll eine zeitgemäße Online-Platzierung aller touristischen Betriebe und Angebote forciert werden.

„Das Kursbuch gibt uns ein Programm bis 2020 vor, das allerdings nicht in Stein gemeißelt ist. Es muss laufend den sich verändernden Gegebenheiten angepasst werden“, betont Tourismusstadtrat Rechberger.