Erstellt am 20. Mai 2016, 05:34

von Andreas Kössl

Waidhofen: Engerl zeigt Kubus nicht mehr den Vogel. 2006 erlaubte sich Künstler Herbert Petermandl ein "restauratorisches Schelmenstück". Nun hat er es korrigiert.

Bis vor Kurzem noch zeigte das Steinengerl dem Kubus am Schlossturm den Vogel.Piaty  |  NOEN, Piaty

Die Nepomuk-Statue auf der Unteren Zellerbrücke erstrahlt in neuem Glanz. Renoviert hat sie der Waidhofner Restaurator und Künstler Herbert Petermandl. Dieser hatte das Denkmal schon einmal im Jahr 2006 runderneuert. Dabei hatte sich Petermandl allerdings einen Scherz erlaubt.

Heftige Debatten in der Stadt ausgelöst

Unbemerkt von den Stadtverantwortlichen, die den Künstler damals mit der Renovierung beauftragt hatten, positionierte Petermandl einem Steinengel aus der Figurengruppe den rechten Arm, der aufgrund eines Vandalenaktes abgebrochen war, damals derart, dass dieser – wenn man die Skulptur von der richtigen Stelle aus betrachtete – dem Kubus am Schlossturm den Vogel zeigte. Zu dieser Zeit, im Vorfeld der Landesausstellung 2007, sorgte der Aufbau des Stararchitekten Hans Hollein am Bergfried des Rothschildschlosses gerade für heftige Debatten in der Stadt.

Änderung von damals wurde behoben

Enthüllt hatte Petermandl seinen Schelmenstreich allerdings erst zwei Jahre später, nachdem es das sich an die Stirn tippende Denkmal auf Werbebroschüren der Stadt und eine Sonderbriefmarke geschafft hatte. Im Zuge der jetzigen Renovierung hat Petermandl seine einstige Eulenspiegelei nun wieder korrigiert und den rechten Arm des Steinengels wieder in seiner ursprünglichen Form angebracht. „Ich habe damals vor der Landesausstellung, als über den Kubus heftig diskutiert wurde, ein restauratorisches Schelmenstück angebracht“, so Petermandl. Da sich mittlerweile die meisten an den Glasaufbau gewöhnt hätten, habe er die Änderung von damals nun wieder behoben. Darauf gedrängt habe aber niemand. So wie damals das kleine Schelmenstück sei die nunmehrige Korrektur seine ganz persönliche Entscheidung gewesen.