Erstellt am 17. Februar 2017, 05:00

von Leo Lugmayr

Forstwarteausbildung eröffnet neue Chancen. Einzigartige Ausbildung zum Forstwart startet in Waidhofen mit Herbst 2017. Das Interesse der Fachwelt ist groß.

Bundesminister Andrä Rupprechter gratulierte Schulleiter Klaus Schachenhofer (v.l.) zur neuen Forstwarteausbildung. BMLFUW/Robert Strasser  |  BMLFUW/Robert Strasser

Mit kommendem September bricht ein neues Zeitalter in der Forstwarteausbildung an. Landwirtschaftsministerium, Vertreter der Forst- und Jagdwirtschaft sowie Lehrer der Forstfachschule haben einen neuen Lehrplan für ein modernes Berufsbild ausgearbeitet, das völlig neue Chancen bietet.

"Anforderungen sind stark gestiegen"

„Die Anforderungen an Forstwarte sind stark gestiegen. Mit der Novellierung des Forstgesetzes wird dem Rechnung getragen, die Kompetenzen werden aufgewertet“, sagt der Leiter der Forstfachschule Klaus Schachenhofer. In Absprache mit allen Stakeholdern wurde gemäß den Wünschen von Bildungsexperten ein kompetenzorientiertes zweijähriges Ausbildungskonzept erstellt, um dem neuen Berufsbild gerecht zu werden. „Das Interesse der Fachwelt ist groß“, so Schachenhofer.

Im ersten Jahr werden den Schülern forstliche und jagdliche Grundlagen praxisorientiert vermittelt. Das Jahr schließt mit einem einmonatigen Praktikum. Im zweiten Jahr lernen die Forstwarte in einem Übungsforstbetrieb, das erworbene Wissen praktisch anzuwenden. „In dieser Phase kommt die unternehmerische Komponente vermehrt ins Spiel“, sagt Schachenhofer. Das heißt, es wird die vollständige Forstbetriebslehre praxisangewandt umgesetzt.

Zertifikate für Vertiefungsschwerpunkte

„Forstwarte sind berechtigt, Betriebe bis 1.000 Hektar Waldfläche forstlich und jagdlich zu führen. Sie sind die Praktiker, die auf der operativen, handwerklichen Ebene tätig sind und selbstständig die anfallenden Tätigkeiten verrichten“, so Schachenhofer. Im Sinne einer Spezialisierung können im Rahmen der Ausbildung für Vertiefungsschwerpunkte zusätzlich Zertifikate erworben werden: für Forsttechnik, Jagd- und Naturraummanagement, forstliche Dienstleistungen und Waldaufseher.

Damit die Qualität der neuen Forstwarteausbildung nachhaltig gewährleistet ist, entsteht derzeit Europas modernstes forstliches Aus- und Weiterbildungszentrum in Traunkirchen (OÖ). Die Forstfachschule Waidhofen und die Forstliche Ausbildungsstätte Ort bei Gmunden werden ab September 2018 im Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) Traunkirchen zusammengeführt.