Erstellt am 28. November 2015, 05:43

von Leo Lugmayr

Großauftrag vereinbart. Trotz des Überangebots an Biomasse aus dem Ausland setzen Maschinenring und EVN auf Hackgut aus dem Ybbstal. Das Heizwerk Waidhofen sichert regionale Arbeitsplätze.

Franz Buchinger, Forstwirt Patrick Schmidkunz, Maschinenring-Landesobmann Hans Bösendorfer, Alfred Freunschlag (EVN Wärme), Forstwirt Michael Schmidkunz, Gernot Ertl, Eva Aigner, Martin Schober und Josef Schmid (alle Maschinenring) (v.l.).  |  NOEN, Foto: Lugmayr
Die Temperatur von 17 Grad war ein spürbarer Wermutstropfen beim Gesprächstermin in der zweiten Novemberhälfte, zu dem Heizwerkbetreiber EVN und Heizgutlieferanten des Maschinenrings in das Heizwerk Waidhofen geladen hatten. Zu dieser Zeit haben Fernwärmeunternehmen oft schon ein Fünftel ihres Winterumsatzes in den Büchern, hieß es hinter vorgehaltener Hand.

Dennoch wollte man optimistisch auf die kommende Heizperiode blicken und vor allem auf die regionale Wertschöpfung pochen, die Nahwärme den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben bringt. „Denn trotz des Überangebots an Biomasse aus dem Ausland setzen Maschinenring und EVN auf regionale Wertschöpfung“, betonte EVN-Wärme-Geschäftsführer Alfred Freunschlag.

30 Bauern liefern 2016 4.500 Tonnen Biomasse

Die Partnerschaft zwischen Maschinenring und EVN wird auch in der Heizanlage Waidhofen fortgesetzt. „Es wurde eine Biomasselieferung von 4.500 Tonnen für 2016 durch 30 bäuerliche Lieferanten aus der Region vereinbart“, so Freunschlag. Demnach tragen EVN und Maschinenring zur regionalen Wertschöpfung und Sicherung regionaler Arbeitsplätze bei.

Die Zusammenarbeit der EVN mit dem Maschinenring hat sich in den letzten zehn Jahren stetig entwickelt. Ausgehend von kleineren Biomasse-Lieferverträgen im Jahr 2005 konnte die Partnerschaft auch auf die Heizwartbetreuung von 148 Biomasse Nah- und Fernwärmeanlagen mit knapp 26.000 Tonnen Holzhackgut und durch etwa 66 Maschinenring-Heizwarte erweitert werden.

Diese Zusammenarbeit ist für beide Partner vorteilhaft. Die Maschinenring-Mitarbeiter sind lokal verankert und im Bedarfsfall rasch bei den Heizanlagen. Das verringert Wegzeiten und gewährleistet kurze Reaktionszeiten. Zudem kann der Maschinenring in ganz NÖ ganzjährig hochwertiges Holzhackgut zur Verfügung stellen, das über kurze Wege in den Werken der EVN verwertet wird. Die regionalen Landwirte haben die Möglichkeit, auch Kleinmengen am Markt zu guten Preisen zu positionieren. Nicht zuletzt werde so ein hoher Nutzen für die Umwelt generiert, denn Heizen mit Holz ist umweltfreundlich und CO2-neutral.

„Fichte leidet massiv unter Trockenschäden“

„Wegen des extrem trockenen Sommers leidet vor allem die Fichte massiv unter Trockenschäden“, sagte Maschinenring- Landesobmann Hans Bösendorfer aus Konradsheim. „Zudem setzt massiver Borkenkäferbefall, auch wegen der Schneebruchereignisse der letzten Jahre, unseren Wäldern zu.“ Auch in Tschechien und Slowenien gibt es großflächige Schäden. „Damit geht ein großes Angebot an Holz einher“, so Bösendorfer – ein Umstand, der den Preis unter Druck bringt.

Die regionale und rasche Verwertung des Schadholzes ist für die betroffenen Gebiete nicht nur wirtschaftlich bedeutend, sondern auch aus Gründen der Waldhygiene. Schadholz muss so rasch wie möglich aus dem Wald entnommen werden, um die weitere Verbreitung des Borkenkäfers einzudämmen. „Die EVN hat einen Dienstleistungspartner gesucht, der regional organisiert ist und dabei unsere Qualitätsanforderungen und Service Levels garantieren kann. Diesen Ansprüchen wird der Maschinenring mit den lokalen Landwirten gerecht, was unsere Zusammenarbeit bestätigt“, begründete Freunschlag die Zusammenarbeit. Der Winter könne kommen und damit auch der erwartete Umsatz mit Nahwärme.