Erstellt am 02. Mai 2016, 08:27

von NÖN Redaktion

Waidhofen ist Vorreiter. Waidhofen bietet als erste Stadt Österreichs Asylberechtigten ein freiwilliges Integrationsjahr an. Zwei Asylberechtigte starteten im Schloss Rothschild und im ASZ.

Waidhofen startet als erste Stadt Österreichs mit einem Freiwilligen Integrationsjahr. Am Bild: Waidhofens Personalchef Christoph Kalteis, Integrationsbeauftragte Rosina Kerschbaumer, Gjavit Shabanaj, Thomas Fleischanderl (Geschäftsführer Verein J.O.B ), AMS-Leiterin-Stellvertreterin Anita Prüller, Nareman Sammor, Mohammad Ali Osman, Bürgermeister Werner Krammer, Emina Velagic und Integrationstadträtin Beatrix Cmolik (v.l.). Foto: Magistrat  |  NOEN, Magistrat Waidhofen/Ybbs

Die Stadt Waidhofen bietet Asylberechtigten ein freiwilliges Integrationsjahr an. Start war am Montag mit zunächst zwei Asylberechtigten, die Mindestsicherung beziehen und die nun im Schloss Rothschild bzw. im Altstoffsammelzentrum (ASZ) unentgeltlich beschäftigt sind. Waidhofen ist österreichweit die erste Stadt, die ein derartiges Angebot für Asylberechtigte bereithält.

Auch soziale und interkulturelle Kompetenzen stärken

Ähnlich wie bei einem freiwilligen Sozialjahr werden bei diesem Integrationsjahr sowohl Bildungsmaßnahmen als auch die Möglichkeit, verschiedene Berufsfelder in der Praxis kennenzulernen, geboten. Ziele sind die Einbeziehung der Asylberechtigten in das gesellschaftliche Leben und die Vermittlung der österreichischen Werteordnung – so soll die Chancengleichheit am Arbeitsmarkt verbessert werden.

Neben dem Deutschlernen stehen auch die Stärkung sozialer und interkultureller Kompetenzen sowie die Förderung des sozialen Engagements der Teilnehmer im Mittelpunkt. Das Integrationsjahr ist auf ein Jahr begrenzt, Geld gibt es dafür keines.

„Wir fangen klein an, um zu schauen wie es wird“

„Alle Organisationen, die Zivildiener aufnehmen dürfen, können theoretisch so ein freiwilliges Integrationsjahr anbieten“,erklärt Rosina Kerschbaumer, Integrationsbeauftragte am Magistrat. „Im Arbeitsumfeld und in zusätzlichen Kursen wird Deutsch gelernt, mit dem Ziel, am Arbeitsmarkt integriert werden zu können.“

Das Interesse unter den Asylberechtigten ist groß. „Wir fangen klein an, um zu schauen wie es wird“, sagt Waidhofens Personalamtsleiter Christoph Kalteis.

„Die Menschen, die dieses freiwillige Integrationsjahr machen, zeigen klar, dass sie an unserer Kultur und unserem Land interessiert sind und etwas beitragen wollen“, so Integrationsstadträtin Beatrix Cmolik.

Träger des Projekts ist der Verein J.O.B unter Obmann Bürgermeister Werner Krammer. „Ich freue mich über die Vorreiterrolle Waidhofens. Ich bin davon überzeugt, dass Integration nur durch aktive Beteiligung gelingen kann. Das Interesse zeigt, dass Asylwerber und Asylberechtigte auch etwas zurückgeben wollen“, so Krammer.