Erstellt am 21. Januar 2016, 05:23

von Andreas Kössl

Waidhofen kümmert sich um Flüchtlinge. 203 Asylwerber derzeit in Stadt untergebracht. Zahlreiche Initiativen zur Unterstützung. Bedarf an Sprachkursen und Wohnraum.

Integrationsstadträtin Bea- trix Cmolik lobt das freiwillige Engagement in Waidhofen.  |  NOEN, NÖN

203 Asylwerber sind derzeit in der Stadt Waidhofen untergebracht. Aufgeteilt sind diese auf insgesamt 21 Unterkünfte. Die meisten befinden sich in der Flüchtlingsunterkunft in St. Leonhard/Walde (60 Personen). 29 Personen haben in der Unterzellerstraße eine Bleibe gefunden.

Vor etwa einem halben Jahr zählte man noch 135 Asylwerber in der Stadt der Türme. „Die Zahl der Asylwerber ist so hoch wie noch nie“, sagt Integrationsstadträtin Beatrix Cmolik (WVP). Um darauf zu reagieren, haben die Stadtverantwortlichen verschiedenste Initiativen gesetzt. Um alle Aktivitäten rund um die Flüchtlingshilfe bestmöglich zu koordinieren, wurde am Magistrat mit Rosina Kerschbaumer eine Integrationsbeauftragte installiert. Um einen Integrationsleitfaden zu entwickeln, wurde Waidhofen im Rahmen der Stadterneuerung als Pilotgemeinde im Rahmen des Projekts „Zusammenleben in NÖ“ aktiv.

Gut angenommen wird das „Café Miteinander“ von Initiator Gjavit Shabanaj. Bereits siebenmal fand dieser interkulturelle Treffpunkt im Jugendzentrum Bagger statt. Die Zahl der Besucher stieg dabei von anfangs rund 30 auf zuletzt 140.

Jeden ersten Dienstag im Monat wird im ProMami-Studio eine Mutter- und Elternberatung für Familien mit Migrationshintergrund angeboten. „65 Personen wurden dabei bis Jahresende betreut“, berichtet Cmolik.
„Ganz wichtig in der Flüchtlingshilfe ist der Verein Mit-Menschen“, hält die Integrationsstadträtin fest. „Ohne die vielen Freiwilligen, die sich hier engagieren, wäre vieles gar nicht möglich. Das Sachspendenzentrum des Vereins in Raifberg boomt.“

Stadt vermittelt Paten für Flüchtlinge

Um die Integration der Flüchtlinge zu forcieren, vermittelt die Stadt auch Paten für Flüchtlinge, bereits drei derartige Patenschaften gibt es. Mit Emina Velagic wurde außerdem eine Dolmetscherin am Magistrat beschäftigt. „Das hat sich vor allem bei der medizinischen Betreuung der Flüchtlinge und bei Amtswegen bewährt“, sagt Cmolik. Höchst mühsam sei es hingegen, Gelder für hochwertige Sprachkurse zu lukrieren.

Die Initiative Frauenzimmer hat ein eigenes Spendenkonto dafür eingerichtet. „Es gibt hier einige Personen aus der Pfarre, die sehr aktiv sind“, sagt Cmolik. „Doch die freiwillige Arbeit allein reicht hier nicht, wir sind auf Spenden angewiesen.“ Fördergeld für hochschwellige Deutschkurse gebe es nämlich nur für Personen mit Asylstatus.

Ein weiteres Problem sei leistbarer Wohnraum, so Cmolik weiter. „Viele Flüchtlinge zieht es, nachdem sie den Asylstatus erlangt haben, in die größeren Städte. Es gibt aber auch welche, die da bleiben wollen. Hier muss die Stadt schauen, dass man günstigen Wohnraum bereitstellen kann.“

Flüchtlingshilfe in Waidhofen

 Initiativen:
- Integrationsstelle am Magistrat
- Pilotgemeinde Integration
- Café Miteinander
- Mutter- und Elternberatung
- Sicher Radfahren
- Initiative Frauenzimmer
- Sachspendenzentrum des Vereins Mit-Menschen
- Sprachkurse
- Patenschaften und Dolmetscherin
- Internet-Plattform „Waidhofen hilft“
 Spendenkonto – Initiative Frauenzimmer :
SPK NÖ Mitte West AG, IBAN: AT25 2025 6000 0095 6185